Ein 19-köpfiges Autorenkollektiv stellt ein über 60 Seiten fassendes Papier zur „integrierten Versorgung als nachhaltige Regelversorgung auf regionaler Ebene“ vor und fordert darin die Neuausrichtung des Gesundheitswesens.

In einer wachsenden Zahl von Gesundheitsregionen soll die sektorale Versorgung abgelöst werden, die einhergehenden Schwierigkeiten kommen zum Ausdruck, Lösungswege sind aufgelistet. Flankiert wird das Papier durch einen Antrag der Fraktion der Grünen, der Möglichkeiten für die gesetzlichen Krankenkassen zum Abschluss von regionalen populationsorientierten, indikationsübergreifenden und integrierten Versorgungsverträgen mit regionalen Ärztenetzen oder anderen regionalen Akteuren fordert.

„Auch wir fordern den Systemwandel schon seit Jahren”, begrüßt Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) die auf dem Tisch liegenden Vorschläge. Er berichtet von der Idee eines Regionalbudgets für Dithmarschen und über die von der äg Nord gemanagten kommunalen Eigeneinrichtung in Büsum, die an dem Modellprojekt PORT- (Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung) der Robert-Bosch-Stiftung beteiligt ist. “Darüber hinaus werden wir eine Initiative der Ärztekammer Schleswig-Holstein zur Kooperation der Heilberufe in einem Primärversorgungssystem unterstützen,” so Gehring weiter.

Thomas Rampoldt, Geschäftsführer der äg Nord und auch des Zentrums in Büsum erklärt, dass ohne Fördergelder das innovative Versorgungsmodell PORT nicht denkbar wäre: “Das Sozialgesetz muss dahingehend reformiert werden, dass rechtlich und finanziell eine transsektorale und interprofessionelle Versorgung dauerhaft ermöglicht werden kann.“ Er würde lieber heute als morgen den neuen Kurs aufnehmen!

Auch aus dem Hause Spahn hört man zum „Versorgungsverbesserungsgesetz“ (GPVG), dass die Leinen – u.a. für Selektivverträge nach § 140a – gelöst.

Bad Segeberg, 16.11.2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Svante Gehring (Vorstand)
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Visionen geben Wind für neue Reformen