Da muss noch mehr „Butter bei die Fische“, kommentiert die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) die rot-grünen Parteiprogrammentwürfe zur Bundestagswahl.

Sie sieht in beiden Entwürfen wenig Substanz, um neue und nachhaltige Impulse im Gesundheitswesen zu setzen. Die äg Nord begrüßt einige gute Ansätze, wenn es um die Korrektur von Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen und um neue Modelle der intersektoralen und teamorientierten Zusammenarbeit geht. Sie kritisiert aber, dass die niedergelassene Ärzteschaft, von Experten als systemrelevant in der Bewältigung der Pandemie gesehen, in beiden Entwürfen nicht einmal genannt wird.

„Wir niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen schultern als Freiberufler über 1 Milliarde Patientenkontakte im Jahr und sind nicht nur in Pandemiezeiten systemrelevant durch eine qualitativ hochwertige, ambulante Versorgung unserer Bevölkerung“, so Dr. Gehring, 1. Sprecher im Vorstand der äg Nord und selbst Hausarzt. Er sieht in den Verpflichtungen des freien Berufes und der Berufsordnung eine Garantenstellung gegenüber den Patienten aber auch dem Gemeinwohl verwirklicht, die erst eine menschwürdige Medizin ermöglicht.

„Wer dieses Potenzial an Leistungsbereitschaft und Versorgungsrelevanz nicht wahrnehmen will,“ so Dr. Axel Schröder und Vorstandskollege, „läuft Gefahr durch falsche Entscheidungen, z.B. eine weitere Öffnung der Krankenhäuser, den ambulanten, wohnortnahen Sektor, um den uns andere Länder beneiden, weiter zu schwächen! Damit wird die notwendige qualifizierte, flächendeckende ambulante Versorgung gefährdet.“

Stattdessen fordert die äg Nord, den ambulanten Sektor zu stärken, bevor die Sektorengrenzen fallen, um einen fairen Wettbewerb zu gestalten. Sie nennt beispielhaft die Abschaffung des Erlaubnisvorbehalts, von Regressen und Budgets in der Grundversorgung sowie eine Anpassung des Orientierungspunktwertes an steigende Gehälter und höhere Verwaltungsvorgaben zur Bewältigung der Digitalisierung. Außerdem fordert sie den Leistungserbringerstatus und MVZ-Gründerstatus auch für z.B. genossenschaftlich organisierte Ärzteverbünde, um als freiberuflicher Mittelstand den großen Kapitalgebern und Konzernen etwas entgegenstellen zu können. Sie hofft nun, dass auf den jeweiligen Parteitagen noch nachgebessert wird!

Bad Segeberg, 22.03.2021

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: „Mehr Butter bei die Fische!“