„Dieser Schutzschirm ist ein Gerippe, das wir nun selbst bespannen sollen“, so kommentiert Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord), das EpiLage-Fortgeltungsgesetz.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten würden wieder im Regen stehen gelassen und dürfen die Morbiditätslast erneut in der Pandemie tragen, während die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für nicht geleistete Behandlungen Millionen von Versichertengeldern einsparen. Sei dieser Paradigmenwechsel in der gemeinsamen Selbstverwaltung dem Gesetzgeber überhaupt bewusst, fragt sich die äg Nord? Sie hatte wiederholt die Ungleichbehandlung zum Kliniksektor und ausbleibende Bonuszahlungen für Medizinische Fachangestellte kritisiert und fordert daher eine Nachbesserung des Gesetzes!

Viele Praxen hätten vor der Pandemie extrabudgetäre Leistungen für ihre Patienten angeboten, zur verbesserten Versorgung besonders bei Prävention, beim ambulanten Operieren und auch wegen der gesetzlich angeordneten Maßnahmen für den Terminservice. Während der Pandemie würden nun die Praxen als Erstversorger weit über 90% der COVID-Patienten behandeln und so die Kliniken vor Überlastung schützen. Dahingegen seien viele Patienten aus Angst vor Ansteckung nicht zu Vorsorgeuntersuchungen erschienen. Die sich daraus ableitenden Honorarverluste der Praxen sollen nun die KV´en bei der Honorarverteilung aus eigenen Reserven aufbringen.

„Auch bei dem Impfdebakel hofft nun die Politik auf die niedergelassene Ärzteschaft und wir werden es auch diesmal wieder richten“, verspricht Dr. Axel Schroeder, Urologe und Vorstandsmitglied, „aber statt uns zu stärken, werden wir auch noch geschwächt!“ Er glaube, wenn die Politik hier nicht bald ein Zeichen der Wertschätzung und der finanziellen Anerkennung sende, werde die Frustration unter den Kolleginnen und Kollegen zunehmen. Die äg Nord befürchtet, dass es in Zukunft und als Lehre zum Abbau oder zum Verlust der Leistungsbereiche außerhalb der Budgets kommen kann, dann würden weitere Praxen keinen Nachfolger finden und schließen.

„Dieses EpiLage-Fortgeltungsgesetz ist alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme“, so Gehring abschließend, „der Gesetzgeber verspielt derzeit leichtfertig das Vertrauen der Vertragsärzte und Psychotherapeuten für ein weiteres Engagement in der Pandemie, in der Impfkrise und darüber hinaus.“ Die äg Nord würde sich nicht wundern, wenn die fortwährende Kritik an der Corona Strategie von Bund und Ländern nun auch den niedergelassenen Bereich erreiche und so die Akzeptanz in das Pandemiemanagement gänzlich verloren ginge!

Bad Segeberg, 05.03.2021

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher Vorstand der äg Nord
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Kein Schutzschirm, sondern ein Gerippe!