Zahlreiche verschreibungspflichtige und freiverkäufliche Medikamente können allein oder in Kombination Nebenwirkungen haben, die Herzrhythmusstörungen verursachen. Dies wird oft nicht systematisch überprüft und daher nicht rechtzeitig erkannt. Das vom Innovationsfonds gefördete Projekt „QT-Life“ möchte derartige Arzneimittelnebenwirkungen durch Früherkennung verhindern.

Die Projektbezeichnung „QT-Life“ ist auf das QT-Intervall des Herzens zurückzuführen. Im QT-Intervall findet die De- und Repolarisation der Herzkammern statt. Bei „QT-Life“ sollen nun die möglichen medikamentenbasierten Verlängerungen dieses QT-Intervalls anhand eines EKG-Monitorings (über 24 h) identifiziert werden.
An dem Projekt können Versicherte der DAK teilnehmen, die mit einem Rezept eine Apotheke in Schleswig-Holstein aufsuchen. Der Apotheker analysiert und identifiziert edv-gestützt anhand des verordneten Medikaments das Risiko einer medikamentös induzierten QT-Zeit-Verlängerung. Der Versicherte erhält daraufhin vom Apotheker über 24 Stunden ein mobiles EKG angelegt. Die Daten werden bei der Rückgabe in der Apotheke mithilfe einer Software ausgelesen, die umgehend relevante Auffälligkeiten im EKG-Verlauf anzeigt. Diese Ergebnisse werden anschließend durch einen Kardiologen befundet. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine umgehende Weiterleitung in die ärztliche Versorgung.

Die Ärztegenossenschaft unterstützt und koordiniert in diesem Projekt die Zusammenarbeit der teilnehmenden Apotheken und Kardiologen sowie – je nach Bedarf – die Rück- und Überführung in die Regelversorgung.

Das Projekt startet ab April 2021. Partner des Projekts sind der Apothekerverband Schleswig-Holstein e.V., die Ärztegenossenschaft Nord eG, die DAK-Gesundheit, die Nambaya GmbH, die SmartStep Data Institute GmbH und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Weitere Informationen finden Sie unter: www.qt-life.de.