Vorstandsmitglied Dr. Klaus Bittmann spricht darüber, dass bereits seit Jahren eine Debatte über den Umgang mit digital gespeicherten Patientendaten geführt wird. Es geht dabei um den Umgang mit Daten wie Befunden oder hochsensiblen Diagnosen. Es gibt Dinge die im absoluten Vertrauen zwischen Arzt und Patienten liegen, so Bittmann. Man sollte die maximale Sicherheit suchen und vermeiden, die Daten zentral einzulagern. Auch wenn Datenschutz häufig als lästig und der Digitalisierung hinderlich empfunden wird, muss doch klar gesagt werden, dass es um den Schutz des Menschen und den schutz seines Selbstbestimmungsrechtes geht.

Die Politik des derzeitigen Gesundheitsministers marginalisiert dies, empfindet den Datenschutz als störend und möchte diesen umgehen. So wird das Digitale-Versorgung-Gesetz dazu zwingen, dass sämtliche Patientendaten über den Spitzenverband der Krankenkassen zusammengeführt und der Forschung zur Verfügung gestellt werden, dies alles ohne Einwilligung der Patienten. Sicher ist, dass es eine ganze Reihe anderer geben wird, die Ihr Interesse an der Datensammlung bekunden und auch Zugang finden werden. Die Warnung, dass es sich hierbei um ein Einfallstor für Datenmissbrauch handeln wird, wird vom Gesundheitsminister nicht ernst genommen.

Zudem kann niemand sagen, ob ggf. eine zukünftige Regierung Zugriff auf sämtliche, hochintime Daten nehmen wird. In diesem Zusammenhang lässt sich die Frage stellen, was mit den Daten der Menschen vor 1945, in der DDR, in kommunistisch-zentralistischen Staaten geschehen ist, in denen die Bürgerrechte nichts gelten? Für jeden „kleinen Kack“ muss man seine Unterschrift und Einwilligung geben und hier wird von der Bundesregierung im SGB 5 eine zentrale „Datensammelei“ beschlossen und der Patient übergangen – das ist entsetzlich, so Bittmann.