Der Bürger hat gewählt. Die Parteien und ihre Kandidaten haben Stimmen gesammelt. Was wird nun daraus? Mehr oder weniger überzeugende Programme standen zur Auswahl, schon die gescheiterten Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen verwischten bei Kompromissbereitschaft manches politische Ziel. Dabei spielte die Gesundheitspolitik nur eine untergeordnete Rolle. Die diversen Interessengruppen hatten reichlich Wünsche, Forderungen und Empfehlungen an die potenziell Regierenden gerichtet, mit besonderen Hoffnungen der Ärzteschaft auf die erstarkte FDP. Das ist allerdings vorerst vom Tisch. Die Karten werden wieder neu gemischt.

Durch die jetzt doch noch ins Spiel kommende SPD erscheint das Thema “Bürgerversicherung” bedrohlich nahe und löst Alarm bei ärztlichen Verbänden aus. Eine differenzierte Betrachtung mit sachlichen Beiträgen ist hier jedoch eher angebracht als plakativer Aktionismus.

Ob Koalitionsgespräche oder Kontaktnahme mit Mandatsträgern – nur mit Augenmaß und glaubwürdiger Vernunft sind Chancen für eine Einflussnahme gegeben. Für Proteste ist es zu früh. (K. Bittmann)