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Start der Protestkampagne: Gesundheitsversorgung nach Kassenlage funktioniert nicht

06.12.2022 | Gesundheitspolitik, Pressemitteilungen

Morgen ist es so weit: In den Praxen bleibt es dunkel und kalt!

Steigende Energiekosten, Inflation, Personalmangel: In einem breiten Bündnis warnt die Ärztegenossenschaft Nord nicht nur vor den kurzfristigen Folgen für die ambulante Versorgung kranker Patienten und Patientinnen in Schleswig-Holstein. Die Dauer der Aktion – natürlich ein Quartal.

Bad Segeberg – „In unseren Praxen geht das Licht aus“. Unter diesem Motto startet die Ärztegenossenschaft Nord gemeinsam mit zahlreichen Berufsverbänden und Praxisnetzen aus Schleswig-Holstein eine neue Protestreihe. Der erste Aktionstag findet an diesem Mittwoch, dem 7. Dezember, statt. Symbolisch werden dann Ärzte und Psychotherapeuten in den Praxen im ganzen Land das Licht und die Heizungen ausschalten. Hintergrund sind die stark steigenden Energiepreise, die Arztpraxen hart treffen. So verbraucht zum Beispiel eine durchschnittliche Dialysepraxis rund 300.000 Kilowattstunden Strom jährlich. „In Praxen ist heutzutage energieintensive Diagnostik und Therapie erforderlich und frieren soll auch keiner“, sagt Dr. Axel Schroeder, Urologe und stellvertretender Vorsitzender der Ärztegenossenschaft Nord.

Kürzere Sprech- und längere Wartezeiten

Schroeder kritisiert, dass die Politik vor allem Kliniken im Blick habe, für die ein Entlastungspaket vorgesehen sei. Die ambulant tätigen Praxen dürften nicht schlechter gestellt werden. „Wenn keine Unterstützung kommt, werden viele überlegen müssen, ihren Wärme- und Stromverbrauch zu reduzieren, um zu sparen“, sagt Axel Schroeder. Die Folge: Reduzierte Sprech- und Behandlungs- sowie längere Wartezeiten für Patienten.

Weil die niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen nicht nur mit steigenden Energie- und Materialpreisen kämpfen, belässt es das Bündnis um die Ärztegenossenschaft nicht bei einem Protesttag. Sie organisiert eine ganze Reihe – und zwar ein Quartal lang. So ist geplant, im Januar speziell auf den Fachkräftemangel im ambulanten Bereich aufmerksam zu machen.

Auf ihrer Internetseite https://aegnord.de/wenn-es-im-wartezimmerdunkel-und-kalt-wird/ sind Informationen zur Aktion sowie Daten, Fakten und Kampagnenmaterial zu finden.

Bad Segeberg, den 06.12.2022

Pressekontakt:

Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Axel Schroeder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Tel: 04551 9999-0, E-Mail: kontakt@aegnord.der