Zu diesem Thema diskutierten am 3. April Experten auf dem 7. Norddeutschen Dialog der BARMER in Lübeck. Die Ärztegenossenschaft war durch ihren 1. Vorstandssprecher Dr. Svante C. Gehring auf dem Podium vertreten. Dieser beklagte gewachsene Denkschemata in der Versorgung.

„Die Sektorengrenzen laufen nicht nur durch die Versorgungslandschaft und SGB V, sondern auch durch unsere Köpfe. Wir sind in diesem System sozialisiert worden“, erläuterte Gehring das grundsätzliche Problem. Ein aus Gehrings Sicht grundlegender Lösungsansatz: „Um die Sektorengrenzen zu überwinden, sollte der Gesetzgeber das SGB V komplett überarbeiten oder ein neues Kapitel eröffnen mit dem Namen »Sektorenübergreifende Versorgung«.“

„Gemeinsame, ambulant-stationäre Zentren können für einige Regionen eine Lösung sein, aber in anderen Regionen brauchen wir auch ganz andere, individuelle Lösungen. Wir können nicht jeden Erfolg 1 zu 1 in die nächste Region transferieren“, plädierte er gleichzeitig für regionale Lösungen anstelle von Patentrezepten. Dieses würde jedoch durch einen politisch motivierten Investitionsstau im ambulanten Sektor erschwert.

„Die Politik hat versucht, uns ausbluten zu lassen. Dies zeigte sich schon in der ganzen Diskussion um die zweite Facharztschiene in den späten 90ern“, kritisierte Gehring die Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre.