Im Juni bekam das von der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) betreute kommunale Ärztezentrum in Büsum Besuch von der Robert-Bosch-Stiftung. Hintergrund war ein lange geplantes Vernetzungstreffen der vier PORT- und acht supPORT-Initiativen. „Mit dem Programm PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung – fördert die Robert Bosch Stiftung die (Weiter-)Entwicklung und Einführung von lokalen, inhaltlich umfassenden und exzellenten Gesundheitszentren in Deutschland, die die Primär- und Langzeitversorgung in einer Region abdecken können“, so beschreibt die unternehmensverbundene Stiftung ihr Engagement. Das Ärztezentrum Büsum gehört zu den vier PORT-Zentren, die bereits seit 2017 gefördert werden.

Telemedizin und sektorenübergreifende Zusammenarbeit im Fokus

Die ganztägige Veranstaltung in Büsum bot die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsfelder darzustellen. Hierzu gehörten u.a. die Telemedizin und die Vernetzung mit anderen (Gesundheits-)Akteuren. Den weiterqualifizierten Medizinischen Fachangestellten des Ärztezentrums steht im Rahmen ihrer Tätigkeit als NäPA (Nicht-ärztliche Praxisassistentin) beispielsweise ein Telerucksack zur Verfügung. Mit Hilfe der dort enthaltenden Geräte können verschiedene Patientendaten (Gewicht, Blutdruck, Herzaktion, etc.) erhoben und digital zur Auswertung in die Praxis übermittelt werden. Dies spart den Patienten lange Wege und Wartezeiten und entlastet das ärztliche und nicht-ärztliche Personal in der Praxis enorm. Des Weiteren konnte das Ärztezentrum das Konzept des neugegründeten Nachbarschaftshilfevereins im Amt Büsum-Wesselburen präsentieren. An der Gründung des Vereins war die durch die Robert-Bosch-Stiftung finanzierte Case-Managerin maßgeblich beteiligt. Ziel des Vereins ist es, ältere Menschen durch gemeinsame Aktivitäten aus sozialer Vereinsamung herauszuholen und zum Beispiel bei kleineren Reparaturen in der Wohnung schnell und unentgeltlich Hilfestellung zu bieten.

Ärztezentrum Büsum überzeugt

Abgerundet wurde das Programm durch eine Stadtführung des Bürgermeisters der Gemeinde Büsum, Hans-Jürgen Lütje, einen Vortrag zum Umgang mit dem Thema „Wie bleiben Menschen mit Pflegebedarf gut in die Versorgung eingebunden“ und einem gemeinsamen Abendessen. Insgesamt konnte das Ärztezentrum Büsum die Vertreter der Robert-Bosch-Stiftung und die anwesenden Vertreter der anderen geförderten Initiativen durch das bisher umgesetzte überzeugen. „Der Erfolg des Projektes wird aus unserer Sicht daran gemessen, inwiefern sich die angestoßenen Veränderungen langfristig im System behaupten können“, sagt Thomas Rampoldt, Geschäftsführer des Ärztezentrums Büsum. „Eine unserer Hauptaufgaben für die nahe Zukunft wird es daher sein, mit den Krankenkassen und der Politik die Weichen dafür zu stellen, dass die Rahmenbedingungen entsprechend verändert werden“, so der Geschäftsführer weiter.