Laura Löffler, Ressortleiterin Regionale Versorgung, erläutert das Vorgehen der Ärztegenossenschaft und gibt Einblicke in die tägliche Projektarbeit.

Was mit der Gründung des Ärztezentrums Büsum im Jahr 2015 große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt, ist für die Ärztegenossenschaft schon seit vielen Jahren ein wesentlicher Aufgabenschwerpunkt. In mittlerweile über zwanzig, zum Teil bereits abgeschlossenen, Projekten wird in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten an individuellen Versorgungsmodellen gearbeitet. Das Ziel ist dabei immer dasselbe: Die ambulante medizinzische Versorgung vor Ort zu erhalten bzw. zu verbessern.

ÄGN: Gibt es in der Projektarbeit ein bestimmtes Vorgehen?

Löffler: Ja, das gibt es. Wir haben unser Vorgehen in vier Projektschritte unterteilt. Am Anfang steht die Feststellung der Machbarkeit. Dafür sprechen wir mit allen Ärzten und den übrigen Projektbeteiligten und klären, ob eine grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht. Im zweiten Schritt erarbeiten wir in enger Abstimmung mit allen Projektbeteiligten verschiedene Lösungskonzepte. Nachdem sich für ein Konzept entschieden wurde, erarbeiten wir im dritten Schritt einen Businessplan. Im vierten Schritt geht es dann um die Realisierung des Konzeptes. In einigen Fällen arbeiten wir auch nach der Realisierungsphase im Rahmen von Managementverträgen weiter. Dies ist derzeit in Büsum und auf Pellworm der Fall. Voraussichtlich werden im nächsten Jahr weitere Managementaufträge hinzukommen.

ÄGN: Mit welchen Partnern arbeitet die Ärztegenossenschaft in den Projekten zusammen?

Löffler: Die wichtigsten Ansprechpartner und häufig auch die Initiatoren der Projekte sind für uns die niedergelassenen Ärzte vor Ort. Das gehört zu unserem Selbstverständnis als Ärztegenossenschaft. Darüber hinaus arbeiten wir sehr eng mit den betreffenden Kommunen und Ämtern zusammen. Auch mit dem Kommunalberater Harald Stender arbeiten wir in zahlreichen Projekten Hand in Hand. Außerdem pflegen wir gute Kontakte zu den Organen der Selbstverwaltung und zu Experten aus den Bereichen Medizinrecht, Praxisplanung und Marketing.

ÄGN: Wie sieht ein typischer Tag im Ressort Regionale Versorgung aus?

Löffler: Den typischen Tag gibt es bei uns nicht. Dadurch dass sich die Projekte jeweils in unterschiedlichen Phasen befinden, gestaltet sich der Arbeitstag sehr abwechslungsreich. So kommt es beispielsweise vor, dass wir am Vormittag an einem Businessplan arbeiten, am Nachmittag einen Gesprächstermin für ein erstes Kennenlernen koordinieren und am Abend die Ergebnisse einer Projektphase in einer Gemeindevertretersitzung präsentieren.