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Ärztegenossenschaft Nord eG startet Protestreihe gegen die Gesundheitsversorgung nach Kassenlage

23.11.2022 | äg Nord, Gesundheitspolitik

Sparmaßnahmen, Energiekrise, Kostenexplosion, akute Personalnot in der medizinischen Versorgung gefährden unseren Praxisbetrieb in Schleswig-Holstein.

Die Ärztegenossenschaft Nord eG (ägNord) will mit einer Informationskampagne in den nächsten Monaten konsequent die Misere in der ambulanten Versorgung deutlich machen. So entstand vor Monaten das Aktionsbündnis Protest mit den Berufsverbänden und Ärztenetzen. Der Protest und damit der Druck auf die Politik soll fortgesetzt werden. Monatlich wird ein Kernthema der fehlgesteuerten Gesundheitspolitik aufgegriffen und durch Proteste der Arztpraxen Schleswig-Holsteins begleitet. Aber auch Lösungsvorschläge werden von uns gemacht, wie die Versorgung aussehen soll.

Los geht es am 07.12.2022 mit dem Thema Kostenexplosion.

Unter dem Motto „In den Praxen geht das Licht aus“ wird am Protesttag in den Praxen von 08.00 Uhr – 09.00 Uhr das Licht ausgemacht, um zu demonstrieren, dass die ambulante Versorgung durch die inflationäre Entwicklung, Kostensteigerungen und explodierende Energiepreise auf der Kippe stehen. Damit informieren wir in unseren Praxen die Patienten, Bürger und Politik begleitet von einer Medienkampagne.

In jeder Praxis ist Strom und Heizung für den Einsatz von medizinischem Gerät notwendig, um die Patienten ausreichend zu versorgen. Im Gesundheitswesen können Strom und Gas nicht einfach abgestellt werden. Ist dieser nicht mehr bezahlbar, drohen Kürzungen der Sprechstunden.

In der aktuellen Energiekrise fordert die ägNord nicht nur für die Kliniken, sondern auch für die Praxen finanzielle Unterstützung von der Politik.

Die Ausgabensteigerungen übersteigen zunehmend die Praxiseinnahmen. Die Honoraranpassung von 2% in diesem Jahr war unzureichend. Ein Ausgleich ist überfällig. Jetzt ist die Selbstverwaltung gefordert nachzuverhandeln und für einen Finanzausgleich zu sorgen. Die Praxen rutschen sonst in eine finanzielle Krise.

Es werden dringend Maßnahmenpakete von der Politik und Krankenkassen benötigt. Die Praxen als das Rückgrat der medizinischen Versorgung müssten geschützt und gefördert werden. All das findet unzureichend Wertschätzung und Anerkennung. Als zentrale Element der staatlichen Daseinsfürsorge braucht es umgehend Unterstützungsmaßnahmen. Es drückt die Inflation. Sollte es keine Abfederung der Kostensteigerungen geben, werde es unweigerlich zu Leistungseinschränkungen und Wartezeiten kommen.

Die Botschaft der ägNord an die Regierung im Bund und Land lautet: Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz löst die Probleme nicht. Eine Gesundheitsversorgung nach Kassenlage kommt an Ihre Grenzen. Einfrierung, gar Kürzungen der Honorare durch die Krankenkassen führen notgedrungen zur Rationierung der ambulanten medizinischen Versorgung.

Weiter geht es im Januar zum Thema Fachkräftemangel.

Wir werden dem Fachkräftemangel nicht mehr durch einzelne Maßnahmen begegnen können, sondern brauchen eine grundlegend neue Pflege- und Gesundheitspolitik. Dazu gehört vor allem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der ambulanten Versorgung! Fehlende Anerkennung und schlechte Bezahlung sorgen für Abwanderung in andere Berufe.

Machen Sie mit, setzen wir den Druck auf Politik und Selbstverwaltung fort!

– die ägNord, das Aktionsbündnis hält sie auf dem Laufenden!

Finden Sie hier weitere Informationen: https://aegnord.de/gkv-finstg/

Verantwortlich / Pressekontakt:

Dr. Axel Schroeder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Ärztegenossenschaft Nord eG
Tel: 04551 9999-0, E-Mail: kontakt@aegnord.de

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