Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holsteins (KVSH) diskutiert derzeit, ob die Ärztenetze im Land weiter gefördert werden sollen. Die auf der anstehenden Vertreterversammlung am 19.11.25 zu befürchtende Entscheidung würde nach Meinung der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) über Jahre gewachsene, gut funktionierende regionale Kooperationen der ambulanten Gesundheitsversorgung bedrohen. Um dieser Sorge Ausdruck zu verleihen, hat die äg Nord die Öffentlichkeit und Player im Gesundheitssystem informiert und eine Protestaktion im Rahmen der Vertreterversammlung angekündigt. Diese wird nun nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten abgesagt.
Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Unabhängig von den Vorbereitungen der Protestaktion der äg Nord führte der „Dachverband vernetzte Medizin Schleswig-Holstein“ (DVMSH, Dachorganisation vieler Praxisnetze in Schleswig-Holstein) und Vorstand der äg Nord mit diversen Beteiligten Gespräche über die Vorteile der Praxisnetze, vor allem auch im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen im Gesundheitssystem.
Auf einem Dachverbandstreffen Ende letzter Woche stellte die äg Nord die Protestaktion zur Diskussion. Das Gremium sprach sich nach ausführlicher Diskussion mit großer Mehrheit für die Absage der Aktion aus, um den konstruktiven Dialog fortsetzen zu können. Angesichts dieser positiven Entwicklung ist für die äg Nord ein erstes Ziel erreicht und sie sagt die geplante Protestaktion ab.
Stellungnahme der Ärztegenossenschaft Nord
Dr. Svante Gehring, Vorstandsvorsitzender der äg Nord, begrüßt diese Entwicklung: „Wir freuen uns über die eindeutige Klarstellung der KVSH, dass der Strukturfonds und die mögliche Neubewertung der Netzförderung unabhängig von der Notwendigkeit eines Nachtragshaushaltes diskutiert werden.“
Ausblick und Hoffnung auf konstruktiven Dialog
Sowohl die äg Nord als auch der DVMSH sind vom Mehrwert der Praxisnetze als regionale Ansprechpartner für die Weiterentwicklung der qualitativ hochwertigen ambulanten Versorgung in Schleswig-Holstein überzeugt. Ein konstruktiver Dialog mit der KVSH, den Kostenträgern und der Landesregierung kann einen Prozess ermöglichen, an dessen Ende die nachhaltige Finanzierung der Netzstrukturen steht.
Bad Segeberg, 11.11.2025
Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Svante Gehring, Vorstand
Tel: 04551 9999-0
E-Mail: aerztegenossenschaft@aegnord.de


