Die äg Nord hat Vorsitzende der Berufsverbände zu einem Informationsaustausch eingeladen. Dies fand in Corona-Zeiten erstmals in Form einer Videokonferenz statt.

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Praxen sind bei deutlichem Rückgang der Patientenkontakte glücklicherweise durch Rettungsschirm und ggf. Kurzarbeitergeld finanziell zu verkraften. Hier loben alle Teilnehmer die Rolle der KVSH, sowohl durch Krisenmanagement als auch Informationspolitik. Bedenklich ist die Versorgungslücke bei chronisch Kranken und bei Früherkennungsuntersuchungen, viele Patienten meiden den Praxisbesuch. Dies ist auch ablesbar am massiven Rückgang bei Laboruntersuchungen. Es besteht Nachholbedarf.

Inzwischen haben sich die Praxen organisatorisch auf Versorgung unter Covid 19 eingerichtet, neben dem „Normalbetrieb“ werden in ca. 3000 Praxen aller Fachrichtungen Infektionssprechstunden angeboten.

Entsprechende Schutzmaßnahmen incl. Schutzkleidung sind (endlich) ausreichend vorhanden. Auch Testmaterial steht zur Verfügung – die Laborkapazitäten sind nur zu 30 % ausgelastet. Es wird betont, dass die Indikation zur Testung auf Covid 19 in ärztlicher Hand bleiben muss.

Test wie auch indizierte Antikörperbestimmung werden von der GKV bezahlt, für prästationäre Abklärung ist jedoch das Krankenhaus zuständig. Dr. Axel Schroeder, der die Diskussion für die äg Nord leitet: „Zu kritisieren ist das Verhalten der PKV, die nach Verhandlung mit der BÄK nur einen geringen Beitrag zur Finanzierung der Ausfälle bei Privatpatienten vereinbart hat – und dies willkürlich erst ab 5. Mai und nicht ab Beginn der Pandemie Mitte März“.

Aber trotz Corona gibt es aktuell auch andere beachtenswerte Themen, wie: EBM-Reform, neue Codier-Richtlinien, die Sammelwut der Politik auf Gesundheitsdaten.

Die Runde vereinbart eine Fortsetzung der Gespräche in der praktischen Form der Videokonferenz.

Bad Segeberg, 02. Juni 2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG, Dr. Klaus Bittmann Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Sachstand ambulante Versorgung in Schleswig-Holstein