Gestern hat sich der Landtag in Schleswig-Holstein in einer ersten Lesung mit einem Gesetzentwurf befasst, der statt Pflegeberufekammer in Schleswig Holstein eine Pflegevereinigung etablieren will.

Ärztekammerpräsident Dr. Henrik Herrmann sieht bei dieser Idee den Selbstverwaltungsgedanken gefährdet und unterstreicht, dass nur „eine auf eine vollumfängliche Mitgliedschaft ausgerichtete Körperschaft des öffentlichen Rechts für eine gesamte Berufsgruppe sprechen kann.“

„Aus einer 20jährigen Erfahrung in der Ärztegenossenschaft Nord eG können wir diese Auffassung absolut bestätigen“, so Dr. Svante Gehring, erster Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord eG (äg Nord). Die äg Nord ist ein freiwilliger Zusammenschluss von knapp 1.800 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, der im Mai 2000 als Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein gegründet wurde.

„Natürlich können wir uns für unsere Mitglieder im politischen Raum zu Wort melden und sind auch in der Lage innovative Projekte zu realisieren,“ so Gehring weiter, „verpflichtende Regelungen für die Ärzte und Psychotherapeuten aufstellen, wie es die Kassenärztliche Vereinigung oder die Ärztekammer kann, können wir jedoch nicht.“

Als freiwilliger Zusammenschluss hat die äg Nord viele Vorteile, z. B. die Unabhängigkeit vom politischen Willen, nur dem Mitgliederinteresse verpflichtet. Dennoch ist die äg Nord immer auf die Zustimmung der Mitglieder angewiesen, was die Zusage klarer Absprachen im politischen Raum unmöglich macht. Zudem widerspricht der urdemokratische Gedanke der Genossenschaft als Rechtsform (ein Mitglied, eine Stimme) der Erwartung nach Durchsetzung von für alle Niedergelassenen geltenden Regeln.

So kann der Vorstand der äg Nord den Kammerpräsidenten in seiner Forderung nur unterstützen. „Ein bisschen Kammer geht halt nicht“, schließt Gehring seine Aussage ab.

Bad Segeberg, 28.01.2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG, Dr. Svante Gehring Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Pflegevereinigung statt Pflegeberufekammer?