Die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) zeigt sich enttäuscht über die am zurückliegenden Freitag vom gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) getroffene Entscheidung, die befristete Krankschreibung über Telefon bei Atemwegsinfektionen auszusetzen.

Dr. Svante Gehring, Vorstandssprecher der äg Nord und selbst Hausarzt, sieht den Beschluss des GBA sogar als krasse Fehlentscheidung an.

“Solange nicht alle Hausarztpraxen mit ausreichender Schutzausrüstung versorgt sind, spielt das Gremium mit dem Leben der Ärzte und dem der Medizinischen Fachangestellten (MFA)”, so Gehring.

Er sieht in der derzeitigen Phase der Pandemie kaum noch eine Möglichkeit, vorab Covid-19-positive von negativen Patienten ohne Testung zu unterscheiden. “Nach der Grippesaison muss ich nun jeden mit einer Erkältung als potenziell infiziert ansehen und ich sehe es als meine Pflicht, eine Ansteckung anderer Patienten oder meines Teams zu verhindern”, erklärt Gehring.

Bei Ansteckung drohe den Praxen außerdem die Quarantäne, was weitere negative Folgen für die betroffenen Patienten nach sich ziehen könne. Zwar hätten sich alle Hausarztpraxen auf eine Trennung von Patienten mit und ohne Infektionen eingestellt, doch je größer der Ansturm nun wieder auf die Praxen würde, umso schwerer seien die Hygieneregeln einzuhalten und fehlende Schutzausrüstung auszugleichen.

Die äg Nord fordert den GBA daher auf, die getroffene Entscheidung umgehend zurückzunehmen!

Bad Segeberg, 20.04.2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG, Dr. Svante Gehring Vorstand
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Pressemitteilung: GBA-Beschluss krasse Fehlentscheidung!