Der in der Zeitschrift Stern veröffentlichte Ärzte-Appell “Gegen das Diktat der Ökonomie in unseren Krankenhäusern” stößt bei der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) auf Kritik.

“Wirtschaftlich sollten wir alle in einem solidarisch finanzierten Gesundheitswesen agieren”, äußert sich der 1. Sprecher der äg Nord, Dr. Svante Gehring, und mahnt eine differenziertere Betrachtungsweise an. „Hierbei darf die Humanität aber nicht in den Hintergrund treten.“, so Gehring weiter. Er sieht kein Diktat der Ökonomie, aber wohl ein Trend zur Kommerzialisierung. Dies liegt an der unzureichenden dualen Krankenhausfinanzierung der Länder, an Strukturproblemen und falschen wirtschaftlichen Anreizen, die u.a. auch im DRG-System begründet liegen. Die äg Nord fordert daher eine Anpassung der Fallpauschalen und seit langem ein faires, Sektoren verbindendes Vergütungssystem, das qualitativ gleiche Leistungen im ambulanten und stationären Sektor auch gleich bezahlt.

Gleichzeitig wehrt sich die äg Nord gegen den im Stern-Artikel vertretenden Eindruck, dass Ärztinnen und Ärzte sich zu bereitwillig ökonomischen und hierarchischen Zwängen unterordnen würden. Im Vordergrund steht nach wie vor der Patient.

“Wir alle werden in dem System sozialisiert, in dem wir groß werden”, so Gehring. “Als Freiberufler – ob angestellt oder selbstständig – sollten wir daher unserer Berufsordnung verpflichtet sein.” Er sieht die zu den Unterzeichnern zählenden Landeärztekammern in der Pflicht, die Einhaltung der Berufsordnung einzufordern und Verstöße zu ahnden. Sollte dies nicht im ausreichenden Maße geschehen, so müssten sich, nach Gehrings Einschätzung, die Ärzte und ihre Körperschaften zunächst an die eigene Nase fassen!

Bad Segeberg, 11.09.2019

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG, Dr. Svante Gehring Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Ärztegenossenschaft Nord sieht Ärzte-Appell im Stern kritisch