Heute hat der NAV-Virchowbund, Herr Dr. Heinrich, eine Pressemeldung zur Frage der Aktivitäten der niedergelassenen Ärzte im Rahmen der Corona-Pandemie herausgegeben. Er reagiert damit auf Verlautbarungen des Sektionssprechers „Strukturen Klinische Akut- und Notfallmedizin“ der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI), Professor André Gries. Die Ärztegenossenschaft Nord eG unterstützt die Ausführungen Heinrichs mit Nachdruck.

Die Niedergelassenen waren eine tragende Säule

Die Niedergelassenen Vertragsärzte waren die tragende Säule im Rahmen der Corona Krise und werden es erneut sein, sollte uns im Herbst oder Winter eine zweite Welle ereilen, was wir alle nicht hoffen.

Im krassen Gegensatz zu den Äußerungen der DIVI haben in Schleswig-Holstein bei der Bewältigung der Corona Pandemie der stationäre Bereich und die ambulante Versorgung sehr gut zusammengearbeitet. So wurden in Schleswig-Holstein an 10 Krankenhausstandorten Diagnostikzentren etabliert, in denen Patienten mit Verdacht auf eine Infektion von Ärzten aus der ambulanten Versorgung getestet wurden, um die Notaufnahmen zu entlasten.

Verdachtspatienten mit leichten Infektionserscheinungen wurden ins häusliche Umfeld unter Quarantäne entlassen und von Hausärzten regelmäßig überwacht und bei einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs durch den Fahrenden Dienst der niedergelassenen Ärzte besucht, ebenfalls um die Krankenhäuser zu entlasten.

“Es ist eine Frechheit”, die Pandemie für wirtschaftliche Interessen zu nutzen

Dr. Svante Gehring, Vorstandssprecher der äg Nord: „Es ist eine Frechheit, die Ausnahmesituation der Pandemie zu nutzen, um die wirtschaftlichen Interessen einer Lobbygruppe durchzusetzen. Wir sollten froh sein, dass es uns gemeinsam gelungen ist, Verhältnisse wie in einigen anderen Ländern der Welt zu vermeiden. Gerade Kollege Professor Andre Gries hat sich aus unserer Sicht mit diesen Äußerungen als ernst zu nehmender Verhandlungspartner disqualifiziert.“

Niedergelassene Ärzte und medizinisches Fachpersonal zu wenig beachtet

Aus Sicht der äg Nord ist die Leistung der niedergelassen Ärzte und ihrer Mitarbeiter, den Hunderttausenden Medizinischen Fachangestellten, im Rahmen der Bewältigung der ersten Welle der Pandemie viel zu wenig Beachtung geschenkt worden. Die haben einfach ihre Arbeit gemacht, wie jeden Tag.

Eigentlich ist es müßig, auf die “Fake News” dieses Verbandssprechers zu reagieren, aber übelriechende Stimmungsmache an der Grenze zwischen ambulant und stationär gefährdet unsere Bemühungen um enge Kooperation zwischen den Sektoren.

Bad Segeberg, 24. Juli 2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG, Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Niedergelassene Ärzte und Corona