Ein Beitrag von Dr. Klaus Bittmann

Die Ärztegenossenschaft Nord ist betroffen vom Tod des Herrn Prof. Dr. Beske. Trotz hohen Alters ist er für uns und viele andere “unsterblich“.

Über seine Vita und seine Meriten wird mehrfach berichtet, ich wage eine persönliche Aussage.

Ich kenne Fritz Beske noch als Staatssekretär im Sozialministerium. Im Jahr 1980 begegnete ich ihm in einer Arbeitsgruppe der Landesregierung zur sozialen Marktwirtschaft. Sein Auftreten auch damals souverän, ohne ideologische Programmatik, keine parteiliche Intoleranz, keine Überheblichkeit. Ein Mann der Seefahrt mit Orientierung und Kompass. Er strahlte Verlässlichkeit und Kompetenz aus, eine starke Person.

In den folgenden Jahren traf ich fast regelmäßig mit Prof. Beske zusammen, es entwickelte sich eine fast väterliche Freundschaft. Dankbar war ich für seine Ratschläge. Bei all seinem Engagement für sozialpolitische Fragen und Probleme verstand er es, Sachverstand und Motivation aus Verbänden, Körperschaften und Politik einzubinden, er war enorm vernetzt. Seine Aussagen waren dadurch von profunder Kenntnis, geprägt durch sein analytisches Denken und detailliertes Wissen. Weit über 100 wissenschaftliche Schriften und Aufsätze sind veröffentlicht und bleiben uns erhalten – zu allen wichtigen Themen des Gesundheits- und Sozialwesens. Viele seiner Ratschläge sind in reale Politik und notwendiges Handeln eingeflossen, nicht immer ohne Widerstand, oft verspätet. Unsere Ärztegenossenschaft fand sich durch Prof. Beske in fast allen Konzeptionen für neue Versorgungsmodelle bestätigt und stand im Austausch mit ihm.

Unvergessen sind seine gesundheitspolitischen Veranstaltungen in Kiel, hochaktuell, mit namhaften Repräsentanten des Gesundheitswesens. Mit gewissem Stolz durfte ich mich an streng von ihm geführten Podiumsdiskussionen beteiligen. Wichtiger waren mir aber persönliche Gespräche in seinem historischen Institut. Bei Kaffee und Keksen wurden zukünftige Probleme und deren Lösung für das Gesundheitswesen diskutiert. Er war bestens informiert, auch als er kaum noch lesen konnte. Mit brillantem Gedächtnis imponierte er mit Zahlen und Zitaten.

Was für ein aufrechter Mann, erst in den letzten Jahren leicht gebeugt. Seine Augen und gelegentlich auch seine Ohren ersetzte ihm seine liebe Frau Lore, unverzichtbar an seiner Seite.

Der Rückblick macht traurig.

 

(Foto: Fritz Beske in der Sendung “Wartezimmer – der Gesundheits-Talk”, eine Produktion der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein, 2011)