Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Diagnostiktools gewinnen in der Medizin zunehmend an Bedeutung. Sie können Diagnosen schneller und präziser machen und ermöglichen individuell zugeschnittene Therapieentscheidungen.
KI analysiert große Datenmengen – etwa MRT-, CT- oder Röntgenbilder – in Sekunden und erkennt Muster, die menschlichen Augen oft entgehen. Das erleichtert die Früherkennung von Krankheiten wie Krebs, Herzproblemen oder Augenleiden. Gleichzeitig entlastet KI Ärzte, indem Routineaufgaben automatisiert werden.
Risiken nicht übersehen
KI ist nur so gut wie die Daten, auf denen sie trainiert wurde. Einseitige Datensätze können zu Fehlern führen. Wenn ein dermatologisches KI-Tool z. B. primär mit hellhäutigen Bildern trainiert wurde, kann seine Verlässlichkeit bei Patient:innen mit dunklerer Hautfarbe eingeschränkt sein. Viele Systeme funktionieren zudem wie „Black Boxes“. Die Entscheidungslogik dahinter ist oft kaum nachvollziehbar. Das erschwert die Erklärung einer Diagnose gegenüber dem Patienten.
Schulungspflicht & Verantwortung im Team
Mit dem Inkrafttreten des EU AI Act ab dem 2. Februar 2025 sind Anbieter und Betreiber von KI-Systemen verpflichtet, sicherzustellen, dass alle Personen, die mit KI-Systemen arbeiten oder diese benutzen, über eine ausreichende KI- und IT-Sicherheitskompetenz verfügen.
Das betrifft sowohl technische, rechtliche und ethische Aspekte als auch den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Patientendaten.
Für medizinische Einrichtungen, die KI-Tools einsetzen — etwa Diagnostiksoftware — empfiehlt es sich daher dringend, frühzeitig eine konzeptionell durchdachte Teamschulung zu planen und durchzuführen. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Beteiligten die Funktionsweise, Risiken und rechtlichen Anforderungen verstehen und entsprechend handeln.
Pflichtschulungen gemäß KBV-IT-Sicherheitsrichtlinie und EU-KI-VO
📢 In nur drei Stunden die geforderten Pflicht-Schulungen erfüllen
Möchten Sie Ihr Team fit machen für den sicheren und verantwortungsbewussten Einsatz von KI in der Praxis? Mit unserer Fortbildung „IT-Sicherheit & KI-Kompetenzschulung für das Praxisteam – kompakt, praxisnah, sicher“ erfüllen Sie in nur drei Stunden die geforderten Team-Schulungen – IT-Sicherheit gemäß § 390 SGB V / KBV-IT-Sicherheitsrichtlinie und KI-Kompetenz gemäß Art. 4 EU-KI-VO.
Referenten:
Nicole Schwäbe, Lead-Auditorin und QM-Expertin
Lars Konuralp, IT-Experte und Datenschutzbeauftragter
Dennoch bleiben rechtliche Grauzonen
Rechtlich sind die Rahmenbedingungen bislang überwiegend unklar. Wer haftet, wenn eine KI eine Fehldiagnose stellt – der Entwickler, der Arzt oder die Klinik? In der Praxis bleibt der Arzt oft die „letzte Instanz“. Hinzu kommen Datenschutzfragen, da KI große Mengen sensibler Patientendaten benötigt und strenge Vorgaben wie die DSGVO einzuhalten sind.
Darüber hinaus stellt die Zulassung von KI-Systemen eine Herausforderung dar. Medizinische Software muss als Medizinprodukt zertifiziert werden, etwa durch die CE-Kennzeichnung in Europa oder die FDA-Zulassung in den USA. Besonders adaptive KI-Systeme, die sich selbstständig weiterentwickeln, erschweren die Regulierung zusätzlich. Rechtliche und ethische Leitlinien für „vertrauenswürdige KI“ in der Medizin befinden sich vielerorts noch in der Entwicklung.
Mit Augenmaß integrieren
KI und digitale Diagnostiktools bieten enormes Potenzial, die medizinische Versorgung schneller, präziser und individueller zu machen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unsicherheiten, vor allem in rechtlicher und ethischer Hinsicht. Die Integration in die klinische Praxis erfordert daher:
- sorgfältige Validierung der Systeme,
- klare gesetzliche Rahmenbedingungen,
- umfassende Schulung des gesamten Teams im Umgang mit KI und IT-Sicherheit,
- und ständige Überwachung der Software im Praxisalltag.


