Seit Anfang April gibt es die Möglichkeit für an COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) erkrankte Patient*innen sich im häuslichen Umfeld mithilfe des Projektes „Telemedizinische Lungenfunktions-App mit Vernetzung“, kurz TeLAV, betreuen zu lassen.

Dieses Projekt wird mit EUR 500.000 aus dem Versorgungssicherungsfond des Landes Schleswig-Holstein gefördert. Die Landesregierung SH hat diesen eingerichtet, um eben derartige Konzepte zu fördern und die innovative Weiterentwicklung, insbesondere innerhalb ambulanter Versorgungskonzepte zu etablieren, – für eine moderne qualitativ hochwertige, flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung..

Die COPD ist eine der häufigsten Lungenerkrankungen, wie Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg betont. Die Patient*innen, die unter dieser Erkrankung leiden, können mithilfe von TeLAV besser im häuslichen Umfeld versorgt werden. Die COPD-Patienten können durch den Einsatz von diagnostischem Gerät in der Häuslichkeit primär vom Hausarzt versorgt werden und eine Anreise mit z.B. öffentlichen Verkehrsmitteln zu Corona-Zeiten, entfällt. Die daraus resultierende mögliche Entlastung für Patient*innen und gleichermaßen die entsprechenden Fachärzt*innen wird im Rahmen der Evaluation durch das UKSH, Institut für Allgemeinmedizin in Lübeck untersucht. Gerade während der Corona-Pandemie soll der Nutzen für die Patient*innen durch die App und die damit verbundene Versorgung im häuslichen Umfeld deutlich werden – Krankheitsverläufe können frühzeitig erkannt und daraus resultierende stationäre Behandlungen minimiert oder gar vermieden werden.

Im Rahmen dieses Projekts erhalten Patient*innen ein Heimspirometer, um Lungen- und Atemvolumen messen zu können. Die daraus erhobenen Daten werden per Bluetooth auf ein Smartphone übertragen und via App datengeschützt an die behandelnde Hausärztin, bzw. den behandelnden Hausarzt übertragen. So haben die Ärztinnen und Ärzte jederzeit Zugriff auf die lungenspezifischen Parameter und können situativ entscheiden, ob und wenn welches medizinische Handeln nötig ist.

Entwickelt wurde dieses Angebot im Praxisnetz MQR eG (Medizinische Qualitätsgemeinschaft Rendsburg eG),dem Hausärzteverband Schleswig-Holstein und der Firma IntermedCon, die Spirometer sowie die technische Plattform und App für die Datenübertragung bereitstellt. Das Institut des UKSH für Allgemeinmedizin in Lübeck begleitet und evaluiert die Versorgungsprozesse von TeLAV.

Als mögliche Erweiterung kann das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt um die Indikationen Asthma und/oder Mukoviszidose erweitert werden.

Weitere Informationen erhaltenSie über: telav@mqr.de