Vorstandsmitglied Dr. Klaus Bittmann spricht über die Bildung der neuen deutschen Bundesregierung. Die jetzt verhandelnden Parteien versuchen einen Konsens zu finden, dennoch sind die Gespräche sicherlich voller „toxischer Themen“. Man kann der Bevölkerung nur wünschen, dass die Ergebnisse vernünftig und maßvoll ausfallen werden. „Manches kann sicherlich beunruhigen, wenn man sieht was für Lasten wahrscheinlich auf die Bevölkerung noch zukommen, z.B. wegen des Klimawandels und der damit verbundenen Kosten“, so Bittmann.

Wenn man sich unabhängig davon fragt, wie es mit der Gesundheitspolitik weitergeht, ist dort noch nicht viel zu hören. Die FDP will wohl auch einen gewissen Einfluss ausüben, aber wie detailliert dies sein wird und wer der oder die Nachfolger*in von Herrn Spahn werden soll ist völlig offen. „Herr Spahn hat eine sehr fleissige Amtsperiode hinter sich und hat sicherlich auch vieles für das System getan, aber in manchem ist er in Bittmanns Augen auch ein bisschen rücksichtslos.” Bittmann denkt dabei an die politischen Vorgaben zur Digitalisierung und fragt sich, ob man den Aufwand und den Nutzen im Verhältnis lässt. Derzeit wird davor gewarnt, dass die Digitalisierung womöglich die Anliegen der Menschen nicht so berücksichtigt, wie es in einem humanistischen System sein sollte. Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer macht das zum Thema auf dem Deutschen Ärztetag. Auch die AOK NordOst weist in einem Papier darauf hin, dass die Digitalisierung beachten muss, dass ein Großteil der Bevölkerung alt und nicht besonders Internet-affin ist und hierdurch womöglich abgehängt wird. Die persönlichen Beziehungen und analoge Wege müssen daher unbedingt erhalten bleiben. „Digitalisierung soll allen das Arbeiten erleichtern, was diese oft genug nicht tut. Auf der anderen Seite darf diese nicht darauf abzielen, (…) Beziehungen zu ersetzen und damit den Bereich der Empathie und der Menschlichkeit – die Grundessenz in der Sozialkultur und auch in der Arzt-Patienten-Beziehung – einzuschränken oder zu bedrohen“, so Bittmann.

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