“Was lange währt, wird endlich gut”, so könnte man das Projekt in Lunden (Kreis Dithmarschen) zusammenfassen, das die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) bereits seit dem Jahr 2014 betreut. Zeitgleich mit dem Projekt in Büsum gestartet, scheiterte die Projektentwicklung in Lunden zunächst an einigen entscheidenden Fragen. Anfang 2018 wurden die Gespräche wieder aufgenommen, nachdem seitens einiger niedergelassener Ärzte vor Ort signalisiert wurde, dass ein Ausscheiden aus dem Berufsleben nun nicht mehr fern und die Notwendigkeit des Handelns entsprechend groß sei.

Zwei junge Ärzte an Bord, Gründungsphase läuft

Gemeinsam mit dem Koordinator ambulante Versorgung des Kreises Dithmarschen, Harald Stender, führte die äg Nord daraufhin intensive Gespräche mit den Ärzten und der Gemeinde. In der Folge fasste die Gemeinde Lunden den Grundsatzbeschluss,eine kommunale Eigeneinrichtung nach § 105 SGB V zu gründen und hierfür entsprechende Räumlichkeiten zu schaffen. Im Sommer 2018 gelang es, zwei junge Ärzte aus einer benachbarten Klinik für die Arbeit als niedergelassene Hausärzte zu gewinnen.

Derzeit befindet sich die kommunale Eigeneinrichtung in der Gründungphase. “Die Zusammenarbeit zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung, der Gemeinde Lunden, dem Koordinator ambulante Versorgung und uns funktioniert reibungslos”, freut sich Laura Löffler, Ressortleiterin Regionale Versorgung bei der äg Nord. “Wir profitieren dabei stark von den Erfahrungen aus anderen Projekten und insbesondere von den Erfahrungen aus der Gründung der bundesweit ersten kommunalen Eigeneinrichtung in Büsum”, erklärt Löffler.

Ein sektorenübergreifendes Gesundheitszentrum entsteht

Der Betrieb in Lunden soll im Mai 2019 beginnen und die Praxis für die ersten eineinhalb Jahre in eigens dafür umgebauten und modernisierten Räumen ihre Heimat finden. “Ende 2020 planen wir den Umzug in ein neugebautes und deutlich größeres Gesundheitszentrum in der Ortsmitte”, berichtet der Geschäftsführer der Eigeneinrichtung, Mike Pahnke. “Nach dem jetzigen Planungsstand werden dort neben den Hausärzten auch eine Apotheke, ein Sanitätshaus und weitere Gesundheitsdienstleister z.B. aus dem Bereich der Pflege einziehen”, so der Geschäftsführer weiter. Die äg Nord verfolgt damit das bewährte Konzept eines sektorenübergreifenden Gesundheitszentrums, welches die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standortes deutlich steigert. (Löf)