Seit dem 02. Mai 2019 versorgen Nikola Dacic, Facharzt für Innere Medizin, und Olajide Bisiriyu, Facharzt für Allgemeinmedizin, gemeinsam mit fünf Medizinischen Fachangestellten die Patienten im Norden Dithmarschens. Bis zur Fertigstellung eines Neubaus hat die Praxis einen 150 m² großen Trakt in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude bezogen. Dieser Gebäudeteil wurde in den vergangenen drei Monaten für rund 300.000 Euro grundsaniert. Eine Nachnutzung durch die örtliche Polizeidienststelle ist bereits in Aussicht.

Projekt Lunden mit langer Planung

Die Planungen für die kommunale Eigeneinrichtung in dem ländlichen Zentralort begannen bereits vor fünf Jahren. Gemeinsam mit dem Koordinator ambulante Versorgung des Kreises Dithmarschen, Harald Stender, und den vor Ort niedergelassenen Ärzten führte die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) damals intensive Gespräche, welche jedoch zu keinem konkreten Ergebnis führten. Anfang 2018 kamen die Projektbeteiligten erneut zusammen, nachdem sich mit dem gebürtigen Serben Dacic und dem gebürtigen Nigerianer Bisiriyu zwei junge Ärzte aus dem Westküstenklinikum Heide für die Niederlassung in Lunden interessierten. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Frage der Räumlichkeiten geklärt und die Bereitschaft der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein zur Genehmigung einer weiteren kommunalen Eigeneinrichtung erfragt. Alle Beteiligten arbeiteten in den folgenden Monaten vertrauensvoll an der Realisierung des Ärztezentrums Lunden und freuen sich nun über die erfolgreiche Eröffnung in der vergangenen Woche. „Der Patientenandrang am ersten Tag war riesig, wir mussten zusätzliche Stühle in die Flure stellen, um dem gerecht zu werden“, berichtet Mike Pahnke von der äg Nord, der die Geschäftsführung für das Ärztezentrum Lunden übernommen hat. Auch die Haltung in der Bevölkerung ist aufgeschlossen. „Wir wurden gut aufgenommen und freuen uns auf die weitere Arbeit mit den Patienten“, so die beiden Ärzte.

Zweite Projektphase beginnt

Das Projekt ist mit der erfolgreichen Eröffnung jedoch noch nicht abgeschlossen. Hinter den Kulissen wird intensiv an der Planung für ein Gesundheitszentrum gearbeitet. „Wir planen ein Gesundheitszentrum analog des „Büsumer Modells“ mit mehren Gesundheitsdienstleistern in einem Gebäude“, erklärt Mike Pahnke. Dazu sind bereits Vorverträge mit einigen Interessenten geschlossen worden. Auch das passende Grundstück in zentraler Lage befindet sich bereits im Besitz der Gemeinde. Mitte Juni wird das Architektenauswahlverfahren abgeschlossen sein. „Dann können wir die Planung konkretisieren und hoffentlich noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen“, umreißt der Geschäftsführer den weiteren Zeitplan.