Das viel diskutierte Thema des drohenden, und in manchen Regionen Norddeutschlands bereits realen, „Landarztmangels“ beschäftigt die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) nicht nur im Rahmen der politischen Interessenvertretung auf Bundes- und Landesebene und bei der Nachfolgersuche für ihre Mitglieder (https://aegnord.de/jobboerse/). Auch die in den vergangenen Jahren stark gewachsene Zahl der durch die äg Nord betreuten kommunalen Ärztezentren sorgt dafür, dass das Thema „Landarztmangel“ stärker in den Fokus gerückt ist. In den kommunalen Einrichtungen wird der nachrückenden Ärztegeneration u.a. das Arbeiten im Angestelltenverhältnis mit entsprechend guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht. Dies kann die Aussicht auf interessierte Bewerber jedoch nur erhöhen, wenn diese auch von den Möglichkeiten erfahren.

Veranstaltungen in Hamburg und Kiel besucht

Daher hat die äg Nord in der ersten Jahreshälfte zwei Veranstaltungen besucht, bei der aktiv junge Mediziner auf diese Möglichkeiten aufmerksam gemacht wurden. Den Beginn machte Ende März die Messe „ZEIT für neue Ärzte“, welche bereits zum wiederholten Mal Studierende und junge Ärzte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt brachte. Neben dem klassischen Kontakt an den Messeständen der Aussteller gab es für die Besucher auch die Möglichkeit, sich in Vier-Augen-Gesprächen und Workshops detailliert mit einzelnen Austellern und speziellen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Diese Möglichkeit wurde von rund 270 Besuchern genutzt. Laura Löffler, Ressortleiterin Regionale Versorgung, zieht ein positives Fazit:
„Erfreulicherweise hat sich bestätigt, dass viele junge Mediziner grundsätzlich gerne in der ambulanten Versorgung arbeiten möchten. Es fehlt jedoch häufig der Überblick über die Möglichkeiten und Vorteile, die die Niederlassung ihnen bietet. Durch viele Vier-Augen-Gespräche konnten wir individuell auf Fragestellungen und mitunter Ängste eingehen und so Überzeugungsarbeit leisten.“

Anfang Mai war die äg Nord auf einer Informationsveranstaltung der Universität Kiel für Medizinstudierende, die kurz vor ihrem Praktischen Jahr (PJ) stehen. Die Veranstaltung begann mit einem Informationsseminar über das PJ. Danach konnten die Studierenden durch die Räume zu den verschiedenen Messeständen gehen. Neben vielen Kliniken und Krankenhäusern durften wir und die Kassenärztliche Vereinigung neben die ambulante medizinische Versorgung repräsentieren. Unter den ca. 150 Studierenden gab es so manch einen, der sagte „Arzt auf dem Land? Das kann ich mir gut vorstellen.“. Einige begannen mit diesem Ziel bereits ihr Studium, andere entdeckten das Landarzt-Dasein während des Studiums für sich.

Die äg Nord hofft, durch die entstandenen Kontakte in Zukunft sowohl den kommunalen Zentren als auch den interessierten Mitgliedern vermehrt Studierende, Ärzte in Weiterbildung oder Praxisnachfolger vermitteln zu können.