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Ärztegenossenschaft Nord sagt „Ja“ zu Strukturreformen aber „Nein“ zu Lauterbachs Parallelstrukturen und ruft die Niedergelassenen zur Protestfahrt nach Travemünde auf.

10.06.2024 | Pressemitteilungen

Bad Segeberg, 10.06.2024 – Anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz in Travemünde teilen die Ärztenetze in Schleswig-Holstein und die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) die Kritik der gastgebenden Gesundheitsministerin Frau Professor Kerstin von der Decken und der Bundesländer am Kabinettsbeschluss der Krankenhausreform. Darüber hinaus sieht die niedergelassene Ärzteschaft in allen Gesetzesentwürfen von Lauterbach die gleiche Ideologie durchschimmern. „Statt die Versorgung von heute zu verzahnen und weiterzuentwickeln, setzt Lauterbach auf Zentralisierung, stationäre Strukturen zu Kosten ambulanter und auf ressourcenfressende Parallelstrukturen“, so Dr. Svante Gehring, Vorstandsvorsitzender der äg Nord (Hausarzt/Internist).

Die äg Nord mahnt seit Jahrzehnten Strukturreformen an, um eine interprofessionelle und intersektorale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu ermöglichen. „Aber die muss auf Augenhöhe stattfinden und auf bestehende Strukturen aufbauen“, so Gehring weiter. Sie fordert:

  • Ambulante vor stationärer Versorgung unter denselben Bedingungen für Krankenhäuser und Praxen und die Weiterentwicklung der Hybrid-DRG‘s
  • Die Entbudgetierung aller niedergelassenen Fachärzte mit angemessener Vergütung
  • Die Förderung einer sektorenübergreifenden Versorgung, die Kooperationen mit und unter den niedergelassenen Ärzten, Psychotherapeuten, weiteren Heilberufen und Pflege zulässt.
  • Neue Notfallversorgung mit belastbaren Strukturen (Patientensteuerung)
  • Abbau der Bürokratie und Administration

„Die Formel „ambulant vor stationär“ darf kein ewiges Lippenbekenntnis bleiben“, so Dr. Axel Schroeder, stellvertretender Vorsitzender der äg Nord (Urologe), „ein sektorenübergreifender Prozess kann kein einseitiges Geschehen zum Erhalt bzw. Förderung von Krankenhäusern sein!“. Der Vorstand der äg Nord findet es skandalös, dass Krankenhäuser nun die hausärztliche Versorgung in unterversorgten Regionen übernehmen sollen und auch die fachärztliche, wenn es nach den Plänen von Lauterbach ginge. „Wir brauchen Brücken, statt erneute Gräben zwischen Kliniken und Praxen“, fordert Dr. Axel Schroeder, „und endlich vernünftige Gesetze, um diese zu bauen!“

All das sieht die äg Nord nur unzureichend umgesetzt, trotz Expertenkommission und Regierungsberatern, weil die Betroffenen nicht ausreichend einbezogen werden. „Wir werden uns gegen die Vernichtung unserer Praxen wehren und für den Erhalt einer qualifizierten, wohnortnahen medizinischen Versorgung unserer Bevölkerung im Lande einsetzen“, so Gehring abschließend.

Die äg Nord ruft daher gemeinsam mit den Ärztenetzen alle Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit ihren Angestellten zu einer Sternfahrt und Protestveranstaltung anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz in Travemünde am 12. Juni um 13.30 Uhr vor dem Atlantic Grand Hotel, Kaiserallee 2 auf. Der ärztliche Notdienst wird über die Kreisstellen in den Anlaufpraxen sichergestellt.

Vorstand äg Nord
Dr. med. Axel Schroeder

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. med. Axel Schroeder, Vorstand
Tel: 04551 9999-0
E-Mail: axel.schroeder@aegnord.de

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