2017 war für die Ärztegenossenschaft ein erfolgreiches Jahr. Dies wurde auf der Generalversammlung am 6. Juni in Bad Segeberg deutlich. Das bei einem auf rund 1,3 Mio. € gestiegenen Umsatz positive Geschäftsergebnis wurde durch die erfreuliche Entwicklung in allen Geschäftsfeldern ermöglicht. Besonders dynamisch gewachsen ist der Bereich der kommunalen Projekte zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung. In mittlerweile über 20 Projekten entwickelt die Genossenschaft in enger Abstimmung mit der Ärzteschaft vor Ort zukunftsfähige Konzepte. Die Interessenvertretung für die Ärzteschaft ist weiterhin eine wichtige Aufgabe der Genossenschaft, für die im letzten Jahr rund 240.000 € eingesetzt wurden, wie Geschäftsführer Thomas Rampoldt bei der Vorstellung des Jahresabschlusses erläuterte. Die vom Aufsichtsrat für weitere 4 Jahre berufenen Vorstandsmitglieder Dr. Klaus Bittmann, Dr. Svante Gehring, Christoph Meyer, Dr. Axel Schroeder, Dr. Hartmut Ocker sowie das neue Vorstandmitglied Dr. Michael Emken stellten den Mitgliedern auch die neue sich an den Kernprozessen der Genossenschaft orientierende Struktur des Unternehmens vor. Mit der Benennung von Ressortverantwortlichen wird eine klarere Gliederung angestrebt.

Eine Staffelstabübergabe fand im Vorstand in Bezug auf die Position des 1. Sprechers statt. Nach 18 Jahren übergab Herr Dr. Bittmann dieses Amt an Herrn Dr. Gehring. Dies war für Herrn Dr. Bittmann Anlass auf die Entwicklung der Genossenschaft von den Anfängen bis jetzt zurückzublicken. Die Entscheidung für die Form der Genossenschaft nach dem Prinzip „Einer für alle, alle für einen!“ sei heute wie damals richtig, betonte der langjährige Vorstandssprecher. Die Genossenschaft sei nicht gewinnorientiert und fühle sich der Gesellschaft verpflichtet. Bei den heutigen Rahmenbedingungen bestände jedoch die Gefahr, dass die Ärzte die Liebe zu ihrem Beruf verlören. Dr. Bittmann betonte das enge Verhältnis mit den Praxisnetzen und verband dies mit einem Appell an die anwesenden Krankenkassenvertreter, statt einer Globalförderung über die KV direkte Kooperationen mit Ärztenetzen einzugehen. Die Anwesenden dankten Herrn Dr. Bittmann für seinen langjährigen Einsatz, den er zukünftig in der zweiten Reihe fortsetzen wird. Die Mitglieder nutzten die Berichte zu den Tochtergesellschaften, um sich von den Geschäftsführern der Juta Pharma GmbH, Kooperationspartner des genossenschaftseigenen Pharmaunternehmens Q-Pharm AG, über den neuen indischen Investor USV India zu informieren. Dabei handelt es sich um ein inhabergeführtes Familienunternehmen, das gut zu Werten und Philosophie der Q-Pharm AG passe. Die neue Struktur schaffe die Chance, weiter im hart umkämpften Generikamarkt zu bestehen.

Herr Meyer erinnerte zum Schluss anlässlich der diesjährigen „Volljährigkeit“ (18 Jahre Ärztegenossenschaft in Schleswig-Holstein) der Ärztegenossenschaft an die Vorstandsmitglieder der Gründungszeit und manche Aktion, mit der die Genossenschaft für die Interessen der Ärzteschaft eingetreten sei. Das Spektrum habe vom frustrierenden Besuch bei einem gesundheitspolitischen Sprecher einer Bundestagsfraktion bis zum denkwürdigen Sonderzug nach Berlin gereicht. Die Mitglieder könnten stolz darauf sein, dass die Genossenschaft sich weiter ohne Mitgliedsbeiträge finanziere.

Die Anwesenden zeigten sich trotz des Fußwegs vom Parkplatz bei sonniger Hitze erfreut über die lebendige und abwechslungsreiche Veranstaltung. Für 2019 empfiehlt der Vorstand allen Mitgliedern die Teilnahme!