Svante Gehring

Dr. Svante Gehring – 1. Sprecher des Vorstands

Die Generalversammlung der Ärztegenossenschaft Nord fand am 12. Juni erstmals an der Westküste im Ärztezentrum Büsum statt. Vorab bestand die Möglichkeit, das von der Genossenschaft gemanagte Zentrum zu besichtigen. Anschließend wurde im Schulungszentrum auf ein erfolgreiches Jahr zurückgeblickt und auf zukünftige Vorhaben vorausgeschaut. Herr Dr. Gehring, 1. Sprecher des Vorstands, ging in seinem Bericht auf das bewegte politische Umfeld ein, das beispielsweise mit dem TSVG und dem MVZ-Gründerstatus für Praxisnetze neue Rahmenbedingungen geschaffen habe. Anschließend stellte er mit dem Projekt SchmerzSTRANG zur schnelleren Behandlung von Schmerzpatienten, das mit Förderung des Landes gestartet ist, einen neuen Behandlungspfad der Genossenschaft vor. Weiterhin erwähnte er die Konzepte zur Fernbehandlung, die der Nutzung der neuen Möglichkeiten in diesem Bereich dienen. Zur Information von Mitgliedern und Partnern wurden erstmalig ein Jahresbericht der Genossenschaft, der auch auf der Website eingesehen werden kann, und ein Leistungskatalog erstellt.

Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Dr. Gehring Frau Löffler und Herrn Prinzhorn in ihrer neuen Funktion als stellvertretende Geschäftsführung vor. Ebenfalls vorgestellt wurden die neuen Mitarbeiter des letzten Jahres: Irene Ekkert (Case-Management), Imke Kraatz (Projektmanagerin) und Marie-Kristin Wendt (Projektassistenz).

Als Leitlinien der zukünftigen Arbeit benannte Dr. Gehring folgende Punkte

  • Neue, intersektorale und interprofessionelle Kooperationen etablieren!
  • Eine patientenzentrierte und -gerechte, zeitgemäße Versorgung organisieren!
  • Unsere Praxen von administrativen und bürokratischen Aufgaben durch intel-ligente Delegationsmodelle, technische Hilfestellungen und rationelle Dienst-leistungsangebote entlasten!
  • Eine verlässliche finanzielle Zukunftsabsicherung unserer Mitglieder gestalten!
  • Das „Wir-Gefühl“ der ärzt(egenossenschaft)lichen Gemeinschaft stärken!

Einen Schwerpunkt der Berichte aus den Ressorts bildete die „Regionale Versorgung“. Die Ressortleiterin Frau Löffler gab einen Überblick über die inzwischen zahlreichen Projekte.

„Unsere Aufgabe ist nicht, die Wunschlösung einer Kommune oder eines Investors zu realisieren, sondern die Versorgung im Rahmen eines zukunftsfähigen Modells im Sinne unserer Mitglieder und ihrer Patienten zu sichern“, betonte Frau Löffler.

Um die neuen Handlungsmöglichkeiten auszuloten, beauftragte die Generalversammlung den Vorstand, bei der Weiterentwicklung von Versorgungskonzepten auch eine mögliche genossenschaftseigene MVZ-Gründung zu prüfen. Hierzu soll auf dem Treffen im nächsten Jahr berichtet werden.

Buesum Parkplatz

Freundlicherweise hatte die Gemeinde Büsum Parkplätze auf dem Marktplatz reserviert

Der Geschäftsführer Herr Rampoldt konnte bei der Vorstellung des Jahresergebnisses erfreuliche Zahlen präsentieren. Dank eines positiven Geschäftsverlaufs wurde im vergangenen Jahr ein Überschuss von rund 37.000 € erzielt. Dabei stellte Herr Rampoldt erstmalig das Ergebnis auch ressortbezogen vor. So wurde deutlich, dass die Genossenschaft im Bereich Interessenvertretung 250.000€ aufwendet, ohne entsprechende Einnahmen. Einzelnen Anwesenden fehlte eine adäquate Wahrnehmung der genossenschaftlichen Aktivitäten. Der Vorstand wird überlegen, welche Maßnahmen hier zusätzlich zu Website, Newsletter, Pressemeldungen und verstärkter Twitter-Kommunikation ergriffen werden. Ziel müsse sein, die Arbeit im politischen Bereich besser zu kommunizieren. Hierzu zählen z.B. auf der Bundesebene MEDI GENO (Dr. Gehring ist stellvertretender Vorsitzender) mit der kritischen Begleitung der TI-Anbindung unter Hinweis auf Sicherheitsmängel oder die berufspolitische Arbeit in der Allianz deutscher Ärzteverbände, die nicht zuletzt zu einem niedergelassenen Hausarzt an der Spitze der Bundesärztekammer geführt hat. Nicht zu vergessen zahlreiche Gespräche mit Bundes- und Landespolitikern, Einladungen in Gesundheitsausschüsse in Berlin, einige Workshops und Vorträge oder regelmäßige Kontakte zu Krankenkassen und Ministerien (Gesundheit und Soziales und Innenministerium). Ergebnisse waren unter anderem die Förderung des Projektes SchmerzSTRANG , die Einbindung im Telepakt Schleswig-Holstein und der MVZ-Gründerstatus für Praxisnetze (ohne Kopplung an die Unterversorgung).

Herr Meyer trug als weiteres Vorstandsmitglied zu den Tochtergesellschaften vor. Die Q-Pharm AG behaupte sich in einem schwierigen Markt und werde demnächst einige neue Präparate auf den Markt bringen. Die mediageno GmbH weise einen positiven Geschäftsverlauf auf und die Ärztedienstleistungsgesellschaft durchlaufe nach dem Geschäftsführungswechsel einen Restrukturierungsprozess.

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass sich einige Mitglieder eine noch umfassendere Information über das Angebot der Ärztegenossenschaft für ihre Mitglieder in den unterschiedlichen Phasen des Berufslebens wünschen. Der vorliegende und abrufbare Leistungskatalog dürfte hierbei eine verbesserte Transparenz bringen.

Überhaupt erwarten sich die Mitglieder mehr Information und standespolitische Diskussion. Das Erscheinungsbild der ägNord sollte schärferes Profil zeigen, verbunden mit Verteidigung der Freiberuflichkeit und der ärztlichen Werte. Dies ist nicht neu, dem Vorstand auch keineswegs fremd – unsere Kommunikation nach draußen wollen und werden wir verbessern.