Vorstandsmitglied Dr. med. Klaus Bittmann spricht über die heutige Präsenzveranstaltung zur Vorbereitung des Kongresses „Vernetzte Gesundheit“ des Sozialministeriums in Kiel. Der Kongress „Vernetzte Gesundheit“ musste dieses Jahr leider ausfallen und wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr stattfinden. In Kiel werden derzeit die Themen sowie wahrscheinlich auch die geplante Terminierung für diese Veranstaltung besprochen. Durch Corona wurde zudem der inhaltliche Schwerpunkt verlagert, da es aktuell Themen in der Gesundheitsversorgung gibt, die sich im Laufe des letzten Jahres verändert haben. Anstehende Fragen: Was hat man aus der Corona-Krise gelernt? Wo sind Defizite und was gibt es für positive Konsequenzen? Wo gibt es Fortschritte bei der Weiterentwicklung der digitalen Kommunikation?

Digitalisierung ist ein riesiger Begriff und unterteilt sich in viele Bereiche. Ob sinnvoll, fragwürdig oder gar gefährlich in Bezug auf Datenmissbrauch – das Feld ist groß. Sinnvoll erscheint die Digitalisierung im Hinblick auf die Verbesserung der Kommunikation, sowohl innerhalb von medizinischen Berufen, als auch zwischen Patienten und Ärzten. Es muss Angebote von Seiten der Ärzte geben, um Patienten die Scheu vor Onlinesprechstunde und Co. zu nehmen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Schmerz-Strang“, bei dem chronisch kranken Schmerz-Patienten Hilfe angeboten und ein schneller Kontakt zu einem Schmerztherapeuten hergestellt wird. Die Erfahrung lehrt uns derzeit, dass die Patienten eher den direkten Kontakt suchen. Durch Angst vor Ansteckung im Wartezimmer bleiben jedoch viele Patienten zuhause, auch wenn der Normalbetrieb in den Arztpraxen wieder anläuft.

Wir wissen, dass die Bedrohung latent weitergehen wird, so Bittmann. Die äg Nord hat sich nun auf das Modell des Bundesinnenministeriums „Heimat 2.0“ beworben. Hierbei wird die Vernetzung im ländlichen Raum gefördert. Die äg Nord hat ausserdem eine Mitgliederbefragung zum Thema „Telematikinfrastruktur“ gestartet, bei der sich ein Großteil der Befragten die Telematikinfrastruktur unter Bedenken befürwortet. Bei einer Umsetzung mit „Gewalt“ und ohne notwendiges Moratorium würden die meisten Ärzte jedoch in den Protest gehen. Hierzu werden in den nächsten Tagen noch Details veröffentlicht.

YouTube-Channel der ÄG Nord