Nachdem die Berufsordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein die Grenzen des Fernbehandlungsverbotes etwas gelockert hat, versucht die Ärztegenossenschaft Nord die gebietsärztliche Kompetenz über Telekonsile zur ländlichen Bevölkerung zu holen.

Gemeinsam mit der Technikerkrankenkasse wollen wir, unter Beteiligung des UKSH (Institut für Allgemeinmedizin), verschiedene Telemedizinische Leistungen in einem Selektivvertrag abbilden, der zunächst im Rahmen eines Pilotprojektes in fünf Hausarztpraxen etabliert werden soll. Der Fokus liegt hierbei im ersten Schritt auf folgende Themen:

  • Augenärztliches Telekonsil
  • Hautärztliches Telekonsil
  • Telerucksack für die NäPa (Nicht-ärztliche Praxisassistentin)

Aus Sicht der Ärztegenossenschaft ist es wichtig verschiedene telemedizinische Aspekte in unterschiedlichen „Versuchsanordnungen“ in der Praxis auszuprobieren, bevor sie tatsächlich in der Fläche beworben werden.

Ziel der Etablierung telemedizinischer Leistungen darf aber nicht nur der Patientenvorteil sein. Erreicht werden muss auch eine zeitliche Entlastung des Arztes, z. B. durch Verlagerung von Hausbesuchen auf die NäPa oder die Einsparung von Praxisbesuchen für Routineleistungen, um dem ständig wachsenden Patientenaufkommen in den Praxen gerecht werden zu können.

Wir hoffen, hierfür auch eine Förderung durch das Land zu erhalten und den Vertrag ab 1. September umsetzen zu können.