Die äg Nord unterstützt einen Antrag beim Versorgungssicherungsfond zur Einführung von Physician Assistants im hausärztlichen Umfeld

Der Antrag wird von der Ärztekammer Schleswig-Holstein mit Blick auf die kommenden Engpässe bei der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung an der Westküste gestellt. Bisher waren Physician Assistants (PA) allerdings mehr für den Einsatz im stationären Bereich ausgebildet. Durch die im Antrag beschriebenen Projektschritte werden nun Module zur ambulant hausärztlichen Versorgung in den Ausbildungsgang integriert. Als Zugangsvoraussetzung werden eine dreijährige erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf vorausgesetzt.

Im Vergleich zu nichtakademischen Fortbildungsprogrammen verfügen Absolventen des PA Studiengangs über eine deutlich umfangreichere Qualifizierung und sind in der Lage, komplexere Sachverhalte zu erfassen, zu bewerten und zu bearbeiten. Dies erweitert die Delegationsmöglichkeiten und verbessert die Delegationssicherheit. Eine konkrete, bundeseinheitliche Beschreibung von Kompetenzen der PA für den ambulanten und insbesondere den hausärztlichen Bereich dient der Rechtssicherheit, dem Patientenschutz, sowie der Qualitätssicherung.

„Wir sehen gerade in der akademischen Weiterbildung von qualifizierten MitarbeiterInnen in unseren Praxen eine gute Perspektive die Versorgung im ambulanten Bereich an den Schnittstellen zu anderen Professionen, auch innerhalb von Praxisnetzen, zu Pflegeeinrichtungen und zum stationären Sektor weiterzuentwickeln“, so Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher im Vorstand der äg Nord. Er sieht nicht nur die Aufstiegsperspektive von MFA, wobei die Weiterbildung zu NäPA und VERAH angerechnet werden sollen, sondern er sieht auch entlastete Ärzteinnen und eine weiter steigende Attraktivität der niedergelassenen Tätigkeit durch die Bildung von multiprofessionellen Teams.

„Wir müssen allerdings dafür sorgen, dass die Vergütung von PA adäquat im EBM und/oder in Selektivverträgen abgebildet werden“, so Gehring weiter. Hier sieht er das Hauptproblem für die Etablierung des PA in der Regelversorgung. Dazu werden in dem Projekt entsprechende Abrechnungsmöglichkeiten mit wissenschaftlicher Begleitung eruiert und wurden neben der SRH Hochschule für Gesundheit GmbH und den Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide mit ihrem Bildungszentrum, auch die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) und die Techniker Krankenkasse Schleswig-Holstein als weitere Partner gewonnen.