Vorstandsmitglied Dr. Klaus Bittmann spricht über die derzeitige Situation in der Corona Pandemie. Es gibt immer weniger Infektionen in Deutschland und damit verbunden zunehmende Lockerungen. Viele Grenzen sind wieder offen und die Menschen befinden sich zwischen zwei sehr gegensätzlichen Welten: Zum Einen die latente Gefahr, dass wieder etwas passieren kann und auf der anderen Seite das Gefühl, alles geht wieder seinen normalen Weg.

Dies ist eine gefährliche Mischung und es wird auch öffentlich darüber gestritten, ob viele Maßnahmen und Einschränkungen noch nötig seien. Wir können nur hoffen, dass die Menschen die wieder in die Eigenverantwortung „entlassen“ sind, sich an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten, so Bittmann. Es ist zu hoffen, dass diese „Corona-Zeit“ eine gewisse Lehre ist, dass wir anders reflektieren und uns eine Bodenständigkeit und Sachlichkeit bewahren. Wir müssen uns klar darüber sein, wie fragil unser gesellschaftliches Leben ist. Die Hoffnung, dass diese Zeit gesellschaftserzieherische Konsequenzen trägt, ist aber wohl vergebens, so Bittmann. Der Normalbetrieb läuft wie immer in mit einer gewissen Hektik, Angespanntheit und Aggression weiter. Durch Corona hat sich die Menschheit nicht gebessert.

Auch die Arbeit in den Praxen läuft wieder einigermaßen normal an. Wie es nun mit der Corona-Sprechstunde und der Testung weitergeht, wird sich zeigen, da hier ja vermehrt der öffentliche Gesundheitsdienst ins Spiel kommt. Auch abzuwarten bleibt, wie sich die Haltung der Politik gegenüber der verfassten Ärzteschaft darstellt. Dankbarkeit für die Leistungen der Ärzte und Pflegekräfte in Krankenhäusern und Praxen ist das Eine. Achtung und Wertschätzung auch in die Zukunft hinein ist etwas anderes.

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