Dr. Klaus Bittmann, Vorstand der Ärztegenossenschaft Nord eG, spricht darüber, dass innerhalb des Gesundheitssystems Wirtschaft natürlich eine Rolle spielt. Die Wirtschaft liefert Produkte und technisches Know-How. Dies sollte dem ärztlichen Tun und den Patienten dienlich sein.

Seit Jahren wird die zuwendende Disparität zwischen Ökonomie und sozialem Grundgedanken bereits durch Ärzte reklamiert. Ärzte sind genötigt, ökonomische Zwänge zu beachten, wobei es sich oft um eine Fehlsteuerung der bestehenden Ressourcen handelt. Beispiel Arzneimittelverordnungen: Dumping der Preise, möglichst billig billig, Produktion nur noch in Indien oder China, Monopolisierung, verunreinigte Grundstoffe, womöglich gesundheitsgefährdend…. Das ist der Einfluss der Wirtschaft und des Wirtschaftsdenkens!

Wir beobachten eine schleichende Tendenz hin zu einer totalen Merkantilisierung des Gesundheitswesens. Die Wirtschaft muss hier dringend gebändigt und begrenzt werden. Auch was die Privatisierung im Sozialsystem angeht, hat der Staat die Verpflichtung, jeden Bürger und Versicherten vor der Dominanz der Wirtschaft, die in unserem System bis in die Regierung hinein bereits viel zu stark geworden ist, zu schützen. Es gibt eine berechtigte Kritik an unserem System und es muss darüber nachgedacht werden, wenn wir eine freiheitliche Demokratie und ein gesellschaftliches Denken retten wollen.

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