Die Ärztegenossenschaft Nord eG (äg Nord) macht sich Sorgen in Anbetracht des Tempos, das der Gesundheitsminister vorgibt. Spahns neuester Coup ist der Plan, die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) umzubesetzen, mit einem 51%igen Stimmenmehrheitsrecht des Bundesgesundheitsministeriums. (Derzeit sind Gesellschafter Bundesärzte- und Bundeszahnärztekammer, Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Deutscher Apothekerverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung) „Das ist eine weitere Aufkündigung des Subsidiaritätsprinzips und der Weg vorbei an den Körperschaften in die Staatsmedizin“, meint Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der äg Nord.

Die sensiblen Daten der ePA brauchen eine Konzeption

Die Ärztegenossenschaft, die über 1.700 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten vertritt, sieht die Ärzteschaft nun in der gematik von den Beschlüssen des deutschen Ärztetages abgehängt, die eine dezentrale Datenhaltung im Gesundheitswesen fordert. Der Hamburger Chaos-Computer-Club schätzt die Halbwertszeit der Datensicherheit der geplanten elektronischen Patientenakte (ePA) mit 20-30 Jahre ein. „Die sensiblen Daten der ePA brauchen eine Konzeption“, so Gehring, „die eine Sicherheit über diesen Zeitraum hinaus gewährleistet!“ Die Ärztegenossenschaft rät dem Minister, nicht in Hektik und Aktionismus zu verfallen. Sie sieht eine höhere Sicherheit durch Konzepte, die eine dezentrale Datenhaltung vorsehen und die das von der gematik empfohlene Verschlüsselungskonzept mit Blockchain-Verfahren und Datenschutz „by Design“ Ansätzen kombinieren. Derweil gibt es die ersten Feldversuche mit Quantenkryptografie, „ein Verfahren, das auch zukünftig nicht zu knacken wäre“, erklärt Gehring.

Konstruktives Mitarbeiten ist gefordert

Gleichwohl versteht die äg Nord auch die Ungeduld des Ministers, der ein Gesundheitssystem vor sich sieht, das bezüglich Datenaustausch eher an Buschtrommeln als an die Kommunikationsmedien des 21. Jahrhunderts erinnert. Gehring empfiehlt daher der Ärzteschaft, nun nicht ins Jammern und Blockadehaltung zu verfallen, sondern konstruktiv an Lösungsoptionen mitzuarbeiten. Die Ärztegenossenschaft jedenfalls steht dafür bereit!

Pressekontakt:
ärztegenossenschaft Nord e.G.
Dr. med. Svante Gehring, 1. Sprecher Vorstand
Tel.: 04551 9999-0, E-Mail: kontakt@aegnord.de
 
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