Möglicherweise müssen 900.000 Patienten in Sorge sein, was Ihre weitere Gesundheit betrifft. Eventuell haben Sie sich bei der Einnahme des generischen Blutdrucksenkers Valsartan vergiftet. Vergiftet mit der als wahrscheinlich krebserregend eingestuften Substanz NMDA (N-Nitrosodimethylamin).

2012 hat der chinesische Hersteller der Grundsubstanz Valsartan die Herstellungsmethode verändert. Seit dieser Zeit könnte das NDMA in vielen Millionen Packungen in nicht benannter Konzentration enthalten gewesen sein. Forscht man nach den Ursachen, stößt man auch schnell auf Antworten. An erster Stelle steht der brutale Kostendruck, den marktverzerrende, monopolfördernde Rabattverträge der Krankenkassen auf die deutschen Arzneimittelanbieter ausüben. Bei sich immer weiter gegen jeden ökonomischen Verstand und fairen Wettbewerb nach unten schraubenden Festbetragsregelungen muss der einzelne Hersteller sehen, wo er die Ware am billigsten beziehen kann. Und wenn dann die Synthese schneller, heißer oder in größeren Bottichen läuft kommt manchmal am Ende doch nicht das heraus, was der Erfinder der Substanz ursprünglich synthetisiert oder isoliert hat.

Da mutet die Äußerung der Siemens BKK geradezu grotesk an, wenn sie völlig unpassend hier den Zusammenhang mit einer funktionierenden Telematik-Infrastruktur herleiten will. Mit einer -bisher eben nicht – funktionierenden TI hätte man schneller Daten abgleichen und Patienten informieren können. Es ist der klassische Fehlschluss: Werkzeug und Lösung werden glatt vertauscht. Abgesehen davon, dass die Krankenkassen schon lange wissen, welche Patienten was verordnet bekommen. Wo kommen denn sonst die Regressforderungen her? Im Zeitalter von Substitution kann der Patient noch nicht einmal den Hersteller des giftbringenden oder krankmachenden Generikums benennen, denn er hat ja immer nur „Valsartan“ verordnet bekommen.

Eine solide Gesundheitsversorgung braucht für alle Beteiligten faire und nachvollziehbare Vergütungssysteme. Arzneimittel dürfen keine Wegwerfware oder Ramschware werden, Arzneimittel verdienen so viel Respekt und damit auch Sorgfalt, dass Patienten sie auch morgen noch bedenkenlos und mit Vertrauen einnehmen können.-my-