Das Präventionsgesetz ist nach langem Vorlauf gültig, mit den §§ 20 ff. in das SGB V eingeflossen.

Nach § 20 f gibt es eine Landesrahmenvereinbarung SH, mit einem 1. Strategieforum am 13.1.17 dargestellt. Eingeladen waren die Beteiligten zur Umsetzung der „nationalen Präventionsstrategie“ – ein großer Name für ein großes Unterfangen. Es sollen hieran mitwirken u.a. auch die für Gesundheitsförderung und Prävention relevanten Einrichtungen und Organisationen, bisher waren hier auch die Niedergelassenen aktiv. Nun geht es schrittweise weiter, unter Führung des Landes – mit Niedergelassenen?

Wie die Politik strategisch vorgeht, lässt sich ablesen im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung Berlin: dort ist Gesundheitsversorgung eine öffentliche Aufgabe. Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) wird zu einer wesentlichen Säule des Gesundheitswesens entwickelt!

In SH wird seit Jahren Nachwuchsmangel an Ärztinnen/Ärzten im ÖGD beklagt. Amtsärzte schaffen selbst Schuleingangsuntersuchungen kaum noch. Die gesonderten Finanzmittel, die durch das Präventionsgesetz zur Verfügung stehen, könnten dazu beitragen, die Arbeit im ÖGD attraktiver zu gestalten, bessere Gehälter werden auch schon lange gefordert. Die Länder haben die Chancen erkannt, aber die Übertragung der Präventionsleistungen an den ÖGD ist ein fragwürdiges Unterfangen. Wo bleiben unsere Hausärzte, Kinderärzte und all die Niedergelassenen, die täglich mit ihren Patienten präventive Maßnahmen fördern und fordern?

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