Mit viel Mühe hat man einen Termin für die Covid-19-Impfung erhalten und dann stellt man bei Lesen der Aufklärungsunterlagen fest, dass die Impfung aus medizinischen Gründen nicht durchgeführt werden kann. Im Zweifel wird das dann noch durch den Impfarzt bestätigt. Das ist umso enttäuschender, wenn es sich noch dazu um eine vermeidbare Ursache handelt.

Vereinzelt liegt der Grund in einer kurz zuvor stattgefundenen Schutzimpfung. Gerade während der Covid-Pandemie wird die Fortführung allgemeiner Schutzimpfungen gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Normalerweise sind beim Einsatz von Totimpfstoffen, zu denen auch die aktuell zugelassenen mRNA Impfstoffe gehören, keine Zeitabstände zu anderen Impfungen einzuhalten, auch nicht zu Impfungen mit einem Lebendimpfstoff wie zum Beispiel der Mumps-Masern-Röteln-Vakzine. Derzeit gibt es auch keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird.

Da jedoch bisher keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit hinsichtlich zeitnah verabreichter anderer Impfstoffe vorliegen, sollte der Covid-19-Impfstoff nach den aktuellen Empfehlungen des RKI zunächst nicht zusammen mit anderen Impfstoffen verabreicht werden. Laut RKI soll zu planbaren Impfungen ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Ende der Covid-19-Impfserie eingehalten werden (Notfallimpfungen sind davon ausgenommen).

Fragen Sie also vor Schutzimpfungen Ihre Patienten, ob in den folgenden 2 Wochen eine Covid-19-Impfung geplant oder beabsichtigt ist. Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten des RKI: www.rki.de