Vorstandsmitglied Dr. Klaus Bittmann heute aus dem Corona-Homeoffice: Er spricht darüber, dass wir die Corona Krise bisher gut gemeistert haben. Dies ist ein Verdienst der Politik und der Bevölkerung, die sich an die Maßnahmen hält und diese auch akzeptiert. Nicht zuletzt ist es auch ein Erfolg der Ärzte und Kliniken, dass wir bisher ohne zu schreckliche und dramatische Umstände mit dieser Krise zurecht gekommen sind, so Bittmann. Wir wissen alle, dass erst bei einer bestimmten Durchseuchungsrate oder mit Impfstoffen diese Krise beendet werden kann. Selbst bei noch so zügiger Forschung und Genehmigungsmöglichkeit ist in diesem Jahr noch kein Ende abzusehen. Nach den ersten Lockerungen werden wir nun sehen, wie sich diese auswirken werden.

Das Verhalten einiger “Kreise” in der Bevölkerung erschüttert Bittmann, nicht nur in Bezug auf Verschwörungstheorien, sondern auch ganz grundsätzlich wegen der Abwehr eines solidarischen, gemeinschaftlichen Unternehmens der Menschen in Deutschland und der Menschen in der Welt. Dass das Unterfangen eine Seuche zu begrenzen, von Radikalen und Impfgegnern dafür benutzt wird, um Feindbilder zu schaffen, hätte Bittmann in einer aufgeklärten und modernen Gesellschaft nicht erwartet.

Wir müssen als Ärzte unsere Stimme erheben, so Bittmann. Wir müssen hiergegen arbeiten und argumentieren. Auch wir sind ja mit verantwortlich. Alle, die in der Praxis tätig sind, haben erhöhte Risiken zu tragen und tun es auch für die Patienten. Wir müssen in den Praxen deutlich dafür argumentieren, dass alle diese Maßnahmen notwendig sind. Dass wir froh sein können – bei aller Holprigkeit, bei allen Schwierigkeiten -, dass das hier bei uns so geregelt laufen kann.

Der Lernprozess im Umgang mit dieser Situation muss weitergehen. Und wir müssen verhindern, dass durch diese “fast bösartig dumme Art” Seuchenherde wieder neu auftreten, damit auch die Gesundheitssysteme an ihre Grenzen gebracht werden und andere Menschen hoch gefährdet werden. Bittmann erwartet sehr deutliche Stellungnahmen, auch seitens der Körperschaften und Kammern. Es geht nicht darum, gegen Wahnideen und Ideologien anzureden, sondern wir müssen für die Menschen sprechen, die sich im Risiko befinden und die Angst haben vor dieser Krankheit, die jetzt schon lange genug Opfer gebracht und sich eingeschränkt haben und die nun eigentlich fast verhöhnt werden, so Bittmann.

“Ich plädiere dafür, dass was dumm ist… mittelalterlich…, auch als solches zu titulieren und dass wir dazu stehen, dass wir eine moderne, aufgeschlossene und solidarische Gesellschaft sind und wir Ärzte dazu auch stehen.”

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