Seit dem letzten Newsletter fanden zwei Treffen mit Vertretern aus der Gesundheitspolitik statt, über die wir kurz berichten wollen:

Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit, Dr. Heiner Garg

Einleitend wurden dem Gesundheitsminister des Landes Schleswig-Holstein die Kernprozesse der Ärztegenossenschaft Nord eG vorgestellt. Das Hauptaugenmerk wurde hierbei auf die Bereiche Selektivverträge und Aktivitäten zur Veränderung der hausärztlichen Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum, mit dem Leuchtturmprojekt Büsum gelegt. Insbesondere die Projekte zur ärztlichen Versorgung auf dem Land stoßen beim Minister auf großes Interesse. Sollte es gelingen in schwierigen Regionen „regionale Gesundheitskonferenzen“ zu etablieren, würde der Minister diese positiv begleiten.

Auch die Situation der regionalen Praxisnetze, hier insbesondere der Wunsch nach Berechtigung der Netze MVZs gründen zu können, wurde erörtert. Der Vorstand fordert hierzu eine Gesetzesänderung im § 95 SGB V, um gleiche Augenhöhe zwischen Praxisnetzen und Klinikbetreibern herzustellen.

Ebenfalls wurde die „Netzakte“ in diesem Zusammenhang angesprochen. Gerade bei Weiterentwicklung der elektronischen Kommunikation ist eine gemeinsame Datenbasis für die Gesundheitsakteure unabdingbar. Hier wurde der Wunsch nach Fördermaßnahmen des Landes postuliert.

Natürlich waren auch die Themen ärztlicher Nachwuchs, Kooperation ambulant/stationär und Notfallversorgung Gegenstand des Austausches. Dr. Garg sagte zu, versorgungsrelevante Themen in die kommenden Gesundheitsministerkonferenzen einzubringen.

Bundestagsabgeordnete Frau Prof. Dr. Claudia Schmidtke

Auch Frau Professor Schmidtke (Mitglied im Gesundheitsausschuss) wurden die Kernthemen der Arbeit der Ärztegenossenschaft Nord eG vorgestellt. Da für sie eine neben den Körperschaften so engagiert um die medizinische Versorgung bemühte Organisation neu war, gab es bereits hierzu zahlreiche Diskussionspunkte.

Besonders intensiv wurde die Diskussion um die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und hier auch die Möglichkeiten der ärztlichen Entlastung durch die Qualifizierung nichtärztliche Mitarbeiter, den Einsatz von Telemedizin und nicht zuletzt durch Kooperation mit anderen Anbietern von Gesundheitsleistungen (z. B. Pflege) diskutiert. Die Aktivitäten der ÄGN in diesen Bereichen, auch in Zusammenarbeit mit den Praxisnetzen, wurden von ihr mit großem Interesse aufgenommen und begrüßt.

Obwohl es sich um das erste Treffen mit Frau Prof. Schmidtke handelte, wurde die Diskussion sehr angeregt und vertrauensvoll geführt. Die Fortsetzung der Gespräche wurde von ihr ausdrücklich gewünscht.