Die Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord) ist nicht sonderlich verwundert über die Äußerung des Vorstandschefs des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und Vorsitzenden des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands Prof. Jens Scholz auf dem 20. Europäischen Gesundheitskongress in München.

Dieser feuerte bei der Eröffnung eine Breitseite gegen die niedergelassenen Ärzte und KVen, stellt die Notdienstversorgung der Bevölkerung durch niedergelassene Ärzte infrage und sieht in der Sicherstellung der Rund-um-Versorgung ambulanter Patienten die Kliniken vorne.

„Jeder versucht sich nach der Wahl in Position zu bringen, doch wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, so die Reaktion von Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher im Vorstand der äg Nord. Der Hausarzt aus Norderstedt spielt damit auf die finanziell defizitäre Lage der Universitätskliniken nicht zuletzt in Schleswig-Holstein an. „Herr Scholz möchte die Versorgung der niedergelassenen Ärzte schlecht reden, um die Politik zu bewegen, den Kliniken den ambulanten Topf zu öffnen“, so Gehring weiter. Er sieht nicht, wie Kliniken bei gerade mal 19 Mio. Behandlungsfällen im Jahr zusätzlich eine Milliarde ambulante Arzt-Patienten-Kontakte schultern wollen. Auch ein Uni-Professor könne sich keine Ärzte oder Pflegepersonal schnitzen.

Gerade die niedergelassenen Ärzte im Norden haben bewiesen, dass sie nach der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes gut erreichbar waren und mit zusätzlich von der KV organisierten mobilen Teams und einem ambulanten Monitoring 24/7 die Kliniken maximal entlasten konnten. So seien die Sterbezahlen – im Vergleich zu anderen Bundesländern oder europäischen Nachbarn – im niedrigen Bereich gehalten worden. Nach Ansicht der äg Nord habe gerade die gute ambulante Versorgung in Deutschland während der Pandemie den Unterschied gemacht, darüber seien sich auch Gesundheitsexperten einig.

Die äg Nord hat daher kein Verständnis, dass der ärztliche Direktor des UKSH die wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Ärzte und den flächendeckenden ärztlichen Notdienst als ambulante Grundversorgung diskreditiert. „Nun sei es an der Zeit zu kooperieren“, ermahnt Gehring, „da seien Provokationen fehl am Platze!“

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher Vorstand
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Ärztegenossenschaft Nord fordert Kooperation statt Provokation