Die Ärztezeitung berichtete am 13. November über die Kündigung der Förderung ambulanter Operationen durch die AOK Rheinland-Hamburg in Nordrhein.

Die Sorge von Dr. Manfred Weisweiler vom Berufsverband der Chirurgen kann Dr. Hartmut Ocker, Mitglied des Vorstands der Ärztegenossenschaft Nord eG, gut verstehen: „Wir haben in Schleswig-Holstein genau die von Kollegen Weisweiler befürchtete Entwicklung erlebt. Nachdem das ambulante Operieren in Schleswig-Holstein über viele Jahre durch die gesetzlichen Krankenkassen gefördert wurde und sich im Land in der ambulanten Versorgung zahlreiche OP-Zentren aus allen operativ tätigen Fachgruppen gebildet hatten, wurden die Verträge vor knapp 10 Jahren von den Krankenkassen gekündigt.“

In der Folge gerieten die meisten OP-Zentren so stark unter wirtschaftlichen Druck, dass einige OP-Zentren auf der Landkarte verschwanden und vermehrt Leistungen in den stationären Sektor mit deutlich höheren Vergütungen verlagert wurden. Für eine stationär erbrachte Leistenhernienoperation im Krankenhaus zahlen die Krankenkassen zum Beispiel knapp das dreifache der ambulanten Leistungsvergütung.

Mit der Aufgabe der Förderung ambulanter Operationen verpufften jahrelange Investitionen zum Ausbau sinnvoller Versorgungsstruktur in kurzer Zeit wieder.

„Besonders ärgerlich war diese Entwicklung für die Patienten,“ so Ocker weiter, „denn Themen wie lange Wartezeiten auf OP-Termine oder Krankenhauskeime kamen in der ambulanten Versorgung nicht vor. Zudem waren die ambulanten Ein-griffe für die Patienten gut planbar, denn sie wurden am selben Tag wieder ins häusliche Umfeld entlassen.“
Lars Prinzhorn, stellvertretender Geschäftsführer der äg Nord: „Seitdem versuchen wir die Krankenkassen davon zu überzeugen, dass die Kündigung der Verträge ein historischer Fehler war. Unsere fortlaufenden Bemühungen wieder mit den Krankenkassen zu diesem sinnvollen Versorgungsthema ins Gespräch zu kommen, sind bislang jedoch gescheitert. Ungeachtet dessen bleiben wir da weiter am Ball.“

Bad Segeberg, 23.11.2020

Pressekontakt:
Ärztegenossenschaft Nord eG
Dr. Hartmut Ocker oder Lars Prinzhorn
Tel.: 04551 9999-0 – E-Mail: kontakt@aegnord.de


Pressemitteilung: Kündigung der Förderung ambulanter Operationen ein Fehler!