Vorstandsmitglied Dr. Klaus Bittmann spricht über den der in diesem Jahr in Berlin stattgefunden 125. Deutscher Ärztetag. Eines der Themen, die besprochen wurden, war der Klimawandel und der damit verbundene Klimaschutz. Bittmann wundert sich, “dass die deutsche Ärzteschaft keine pragmatischen Lösungen diskutiert, wie z.B. der Energiebedarf in Praxen geringer gehalten werden kann, wie man Dinge, die die Umwelt belasten, mindern und vermeiden kann und mit welchen Konzepten bei weiterer Erhöhung der Durchschnittstemperatur gefährdete Patienten geschützt werden können”. Der Beschluss der Ärzte zum Tempolimit sei demgegenüber sicherlich nicht Sache der Ärzteschaft, so Bittmann.

Zudem wurde auf dem Ärztetag die zukünftige Rolle der Versorgungszentren besprochen, bei denen sich derzeit Kapitalgesellschaften einkaufen und versuchen, flächendeckende Versorgungskonzepte kommerziell zu nutzen. Bittmann denkt, dass bei Kooperation von MVZ und Klinik “eine gewisse Symbiose denkbar” ist. “Das kann auch vernünftig laufen. Es besteht nur immer das Risiko, dass gewisse Renditeerwartungen stärker sind als das Interesse an einer vernünftigen Patientenversorgung“, so Bittmann. Er sieht bei den Kooperationen die Möglichkeit, gewisse Eckpunkte festzulegen. Auch die Forderung an die Politik, ein Transparenzregister aufzulegen, in welchem dargestellt werden muss, wer hinter den einzelnen Versorgungszentren „steckt“, hält Bittmann für sinnvoll. In einem gewissen Maß sind merkantile Interessen sicherlich vertretbar, so Bittmann. Hier die richtige Balance zu finden und das besondere Terrain der Patientenzuwendung zu schützen, sei aber eine Aufgabe der verfassten Ärzteschaft und auch eine Forderung an die Politik.

Bittmann abschließend: “Was ich mir noch stärker erwartet hätte, wären Forderungen hinsichtlich der Pandemiebekämpfung. Ich finde es geradezu erschreckend, dass wir nach bald fast zwei Jahren wieder in einer Situation sind, in der die Zahlen der Infektionen in Dimensionen hochschnellen, die wir noch nie hatten. (…) Hier kann man nicht weiter so rumhühnern.”

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